Nach Herabstufung
Spanien-Bonds verlieren deutlich

Die Renditen für spanische Staatsanleihen stiegen auf den höchsten Stand seit dem Beginn der Euro-Ära. Auch italienische Papiere verloren. Bundesanleihen waren hingegen gefragt.
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Nach der Herabstufung der Bonität Spaniens durch Moody's Investors Service haben die Anleihen des Landes am Donnerstag deutlich nachgegeben. Die Renditen stiegen auf den höchsten Stand seit Beginn der Euro-Ära. Auch italienische Papiere verloren, hier stehen heute mehrere Anleiheemissionen an. Zehnjährige spanische Bonds rentierten mit 6,87 Prozent 11 Basispunkte höher als am Vortag. Moody's senkte am späten Mittwochabend die Bewertung für Spanien um drei Stufen auf “Baa3”, nachdem das Land Unterstützung für seine Banken angefordert hatte. Die Bonitätsnote liegt jetzt nur noch eine Stufe über der “Junk“-Kategorie.

“Die Anleihemärkte sagen uns, dass sie von der Bankenrettung nicht überzeugt sind, und dass der nächste Schritt ist, dass der Staat kapitulieren und einen Hilfskredit beantragen muss”, sagte James Stewart, Leiter Makro-Analyse bei AX Markets, im Interview mit Bloomberg TV. “Das erscheint mir ziemlich wahrscheinlich, und jetzt denke ich, dass es von Spanien auf Italien überspringen wird.” Bei zehnjährigen italienischen Anleihen stieg die Rendite acht Basispunkte auf 6,29 Prozent. Italien will heute insgesamt 4,5 Mrd. Euro mit drei-, sieben- und achtjährigen Bonds beschaffen. Bei einer Emission zwölfmonatiger Schatzwechsel am Mittwoch musste das Land deutlich höhere Renditen bieten als bei der vorhergehenden Auktion.

Deutsche Bundesanleihen waren hingegen gefragt. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sank zwei Basispunkte auf 1,47 Prozent. Im Gegenzug legte der Bund-Future 42 Basispunkte zu auf 142,15 Prozent. In den USA waren Treasuries wenig verändert. Zehnjährige US-Staatsanleihen rentierten mit 1,60 Prozent einen Basispunkt über dem Vortageswert. Neben den italienischen Anleiheemissionen sind für heute auch Papiere aus Großbritannien angekündigt. Das Land will 2060 fällige Anleihen im Volumen von 1,5 Mrd. Pfund platzieren.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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  • Warten Sie nicht mehr länger! Holen Sie sich endlich Herrn Thomas Stütz! Sein Buch „Der Domino-Effekt“ ist ein eindeutiger Hinweis und Reputation dafür, dass T. Stütz die weltpolitische Situation punktgenau einschätzen kann und die gesamten Entwicklungen auf allen Ebenen kennt. Mit seinem Buch hat er im Dezember 2011 schon auf 2 Jahre hin voraus beschrieben, was sich gegenwärtig vor unseren Augen in Europa abspielt. Jean Claude Junker, der Vorsitzende der Euro-Gruppe hat bereits im Herbst 2011 erklärt, dass es, für diese sich immer mehr verschärfende Situation, kein Schulbuch gibt. Die Zeit des designierten Redens und der stocherartigen weltweiten Wirtschafts- und Rettungspolitik ist vorbei. Es zählen nur noch die harten Fakten. Also holen Sie sich den Spezialisten Thomas Stütz. Seien Sie sicher, er weiß was zu tun ist.

  • Es sollte mal einen Bürgerentscheid geben, wieviel Steuergeld des deutschen Arbeitnehmers noch über Europa verteilt werden soll.

    Es wird ja über alles abgestimmt, Nachtflugverbote, Krötengitter, Brutkästenanzahl, etc. Die Verschuldung des deutschen Steuerzahlers zur Schuldentilgung der europöischen Pleitländer scheint mir essentieller...

  • Oh mein Gott... und auf Phönix schwabuliert unsere Lichtgestalt einer Kanzlerin erneut, dass wir nur mit mehr Europa überleben können. Sie spricht von dem Vertrauen der "Märkte", welches unbedingt zurück gewonnen werden muss, aber kein Wort zum verlorenen Vertrauen der Bürger.

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