Nach Konjunkturdaten
Bundesanleihen legen wieder zu

Nach unerwartet schlechten Konjunkturdaten aus der Eurozone haben deutsche Bundesanleihen zugelegt. Gefragt waren bei Anlegern Bonds aus der Euro-Peripherie. Die Rendite für Italien-Anleihen fiel unter vier Prozent.
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An den Staatsanleihemärkten der Eurozone sind die Kurse am Dienstag nach Konjunkturdaten aus der Eurozone gestiegen. Deutsche Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren rentierten zuletzt bei 1,21 Prozent zwei Basispunkte niedriger. Der Terminkontrakt Bund-Future stieg um 22 Basispunkte auf 146,57 Prozent.

Die Aktivität im verarbeitenden Gewerbe in der Eurozone hat im April über Erwarten deutlich abgenommen. Der Einkaufsmanagerindex ging von 46,8 auf 46,5 zurück, wie Markit Economics in London mitteilte. In einer Umfrage von Bloomberg News unter Ökonomen war nur mit einem Rückgang auf 46,7 gerechnet worden. Der Einkaufsmanager-Composite-Index lag unverändert bei 46,5, was den Erwartungen entsprach. Damit stiegen auch die Spekulationen auf eine Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank.

Anleihen aus den Staaten der Euro-Peripherie waren den zweiten Tag in Folge gefragt. Bei den zehnjährigen Italien-Bonds sank die Rendite um sechs Basispunkte auf 3,97 Prozent und lag damit erstmals seit zweieinhalb Jahren unter vier Prozent. Spanische Staatspapiere mit zehnjähriger Laufzeit rentierten 15 Basispunkte niedriger bei 4,33 Prozent. Bei den zehnjährigen portugiesischen Anleihen lag die Rendite zuletzt zwölf Basispunkte niedriger bei 5,67 Prozent.

“Auf diesen Niveaus geht es wirklich um das Länderrisiko und weniger um die Konjunkturdaten”, sagte Orlando Green, Zinsstratege bei Crédit Agricole Corporate & Investment Bank in London. “Die Fundamentaldaten spielen nur eine geringe Rolle. Die Stimmung geht dahin, dass sich das Länderrisiko etwas verringert hat, angesichts der Rückendeckung durch die Europäische Zentralbank”, ergänzte er.

Am Markt für US-Staatsanleihen sind die Kurse ebenfalls gestiegen. Zehnjährige Treasuries rentierten drei Basispunkte niedriger bei 1,66 Prozent.

Das US-Finanzministerium will in dieser Woche Staatspapiere mit unterschiedlichen Laufzeiten im Gesamtvolumen von 99 Mrd. Dollar am Markt unterbringen. Den Anfang macht im Tagesverlauf eine Auktion von zweijährigen Papieren im Volumen von 35 Mrd. Dollar.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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