Nach Manipulation
Aufseher planen neuen Libor

Alles auf Anfang: Der manipulationsanfällige Libor-Zinssatz wird wohl schon 2014 einem völlig neuen System weichen. Die Pläne dazu laufen auf Hochtouren – allerdings drohen auch beim neuen System Konflikte.
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LondonNach dem Skandal um die Manipulation international wichtiger Zinssätze soll schnell ein neues Referenzsystem eingeführt werden. Geplant sei ein Doppelsystem, das Umfragedaten und objektive Marktdaten kombiniere, sagte der zuständige britische Finanzaufseher Martin Wheatley der "Financial Times" vom Montag. Es sei nicht möglich, das bisherige System nach dem Skandal komplett aufzugeben - denn zu viele Verträge beruhten auf dem alten Referenz-Zinssatz Libor.

Der britische Libor und der europäische Euribor sind täglich neu berechnete Referenz-Zinssätze, zu denen sich Banken untereinander Geld leihen. Zahlreiche große Finanzinstitute haben diese Zinssätze offenbar über Jahre manipuliert. Das kann auch Auswirkungen auf Spareinlagen und Verbraucherkredite haben, die an Libor oder Euribor gekoppelt sind. "Wenn man die Definition ändert, ist es fast sicher, dass immer eine Seite dieser Verträge etwas verlieren und sich dann nicht mehr gebunden fühlen würde", sagte Wheatley.

Die Banken Barclays, Royal Bank of Scotland und RBS hatten über zwei Milliarden Dollar (über 1,5 Milliarden Euro) gezahlt, um die Ermittlungen in der Zinsaffäre zu beenden. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin bestätigte im Januar Ermittlungen gegen mehrere Finanzinstitute. Betroffen war unter anderem die Deutsche Bank. Die Vorstände der in den Skandal verwickelten deutschen Banken entlastete die BaFin aber.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nach Manipulation: Aufseher planen neuen Libor"

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  • Es dauert wohl noch einige Jahre bis auch der CFTC klar wird, dass Kursfeststelllung keine Wasserstandsmeldung, Strommessung, kein Zählerstandsablesen, ... ist. Denn Kursfeststellung ist keine gewöhnliche, also objektive Messung, sondern eine so genannte "Ein-Bit-Messung". Objektivität gibt es da nicht, bestenfalls "Fairness", die ständig überwacht werden muss. Und wer will das tun, in einer programmierten Welt?

  • "Was haben denn die sogenannten "Aufseher" 20 Jahre lang kontrolliert ?!"

    Wir brauchen wohl wirklich Aufseher fuer die Aufseher, die extrem hart durchgreifen. Aber die "Aufseher" werden daran wohl wenig Interesse haben, befuerchte ich. Die verhaengten Strafmasse passen ja auch in diese Sicht. Millardenbetruegereien als Kavaliersdelikte. Also bloss keine Aufsicht ;-)

  • Was haben denn die sogenannten "Aufseher" 20 Jahre lang kontrolliert ?!

    Wurde irgend jemand in Deutschland, in den letzten 20 Jahren, wegen Anlagebetrugs überhaupt verurteilt ?

    Nicht mal den Bäcker Markus Frick haben die zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Und das nach einem Betrug in Höhe von 500 Mio. €.


    Man sollte die BaFin den Bereich Anleihe- und Aktienmärkte nicht mehr kontrolliert lassen. Denn sonst erweckt es bei vielen Anlegern den Anschein, als ob es tatsächlich eine staatliche Instanz gibt, die Anlagebetrüger strafrechtlich verfolgt.

    NEIN liebe Anleger. Solch eine staatliche Instanz existiert nicht. Die Ermittlungen gegen Markus Frick wurden nicht etwa von der BaFin, sondern von einer Privatperson in die Wege geleitet - durch eine Anzeige wegen Betrug.

    Die BaFin ist eine Alibi-Veranstaltung, die den Steuerzahler nur unnötig Geld kostet!

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