Nach Pleiteserie So picken Sie gute Minibonds heraus

Seite 5 von 5:
Rating ist nicht gleich Rating

„Jedes Unternehmen im Entry Standard benötigt ein Emittenten- oder Anleiherating, wenn es nicht bereits mit der Aktie im regulierten Markt notiert ist. Ein Anleiherating ist nicht verpflichtend und für Unternehmen auch eine Kostenfrage“, sagt Eric Leupold von der Frankfurter Börse. Dennoch wäre nach Ansicht von Eulerhermes ein Anleiherating wünschenswert, um Anlegern das richtige Signal über das Risiko der Anlage zu vermitteln. Denn im Zweifel würde das Anleiherating schlechter ausfallen als das Emittentenrating; es müsste den effektiven Nachrang der Minibonds berücksichtigen.

Dies im Hinterkopf, rät Gerhard Rosenbauer, Geschäftsführer von Johannes Führ Asset Management, sich das Rating eines Unternehmens (einer Anleihe) genau anzusehen. Bislang würde den Anlegern noch zu wenig vermittelt, dass 95 Prozent aller Minibonds zu den spekulativen Anlagen zu rechnen sind. Ein Rating von BB+ und schlechter bedeutet eine „sehr mäßige Deckung von Zins und Tilgung, auch in gutem wirtschaftlichen Umfeld.“

Research-Papier, besseres Reporting

„Die Erstellung und Verbreitung von Researchberichten zum Emittenten („Emittentenresearch“) oder zu einzelnen Bondemissionen („Emissionsresearch“) sind wichtige und zugleich gängige Instrumente einer transparenzorientierten Kapitalmarktkommunikation“, heißt es im Leitfaden der Deutschen Börse. Auch die Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) empfiehlt solche Berichte, die insbesondere die zukünftige Geschäftsentwicklung des Unternehmens abschätzen sollen.

Bislang jedoch weisen lediglich drei der im Frankfurter Entry Standard gelisteten Unternehmen einen solchen Bericht vor. Auch hier spielen Kosten eine Rolle: Unternehmen scheuen die Ausgaben für ein unabhängiges Analysehaus. Wo Anleger also kaum Informationen zur zukünftigen Geschäftsentwicklung erhalten, hält es Johannes Führ Asset Management für umso wichtiger, dass sich das Reporting der Unternehmen weiter dem von Aktiengesellschaften angleicht.

Bislang müssen Emittenten an den Mittelstandsbörsen lediglich halbjährlich berichten; drei Monate haben sie nach Fertigstellung Zeit, die Zahlen zu veröffentlichen. Gerhard Rosenbauer von Johannes Führ Asset Management hält es jedoch für problematisch, wenn etwa Zahlen aus dem ersten Quartal erst Anfang Oktober zur Verfügung stehen. „In der Zwischenzeit kann viel passiert sein“, so Rosenbauer.

Bislang müssen Emittenten an den Mittelstandsbörsen lediglich halbjährlich berichten; drei Monate haben sie nach Fertigstellung Zeit, die Zahlen zu veröffentlichen. JFAM-Geschäftsführer Rosenbauer hält es jedoch für problematisch, wenn etwa Zahlen aus dem ersten Quartal erst Anfang Oktober zur Verfügung stehen: „In der Zwischenzeit kann viel passiert sein.“

Dies sind schließlich nur die wichtigsten Kriterien, auf die Anleger bei Minibonds achten können, um im Zweifel die „Spreu vom Weizen“ zu trennen. Investoren sollten auf alle genannten Punkte achten, sich bewusst machen, dass viele von ihnen derzeit lediglich Empfehlungen für die Emittenten darstellen – und nicht verbindlich sind. Und die Warnung, dass es hohe Renditen nur mit entsprechendem Risiko gibt, gilt weiter.

Startseite
Seite 12345Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Nach Pleiteserie - So picken Sie gute Minibonds heraus

0 Kommentare zu "Nach Pleiteserie: So picken Sie gute Minibonds heraus"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%