Nachbesserungen bei Bonds bestenfalls minimal
Argentinien bleibt gegenüber Anleihegläubigern hart

Zwischen den Besitzern argentinischer Anleihen und der Regierung des Landes zeichnet sich keine Lösung für eine Umschuldung ab. Die Regierung beharrt auf einem Forderungsverzicht von 75 % des Barwerts der Anleihen. Argentinien hatte Ende 2001 die Zahlung von Zins und Tilgung seiner Bonds eingestellt.

BUENOS AIRES/DÜSSELDORF. Unterdessen wurden neue Details des Umschuldungs-Angebotes der Regierung bekannt. Ein Discount- Bond (nominaler Abschlag von 75 %) soll einen Jahreszins von 1 % erhalten und eine Laufzeit von 8 bis 32 Jahren haben. Weiter ist ein Par-Bond vorgesehen, wo der Nominalbetrag erhalten bleibt, der Zinssatz 0,5 % bis 1,5 % beträgt und die Laufzeit auf bis zu 42 Jahre ausgedehnt wird. Die gleiche Laufzeit soll ein Quasi-Par-Titel haben, bei dem 30 % des Nominalwerts abgezogen werden und der Zins 1 bis 2 % beträgt.

Der argentinische Staatssekretär Guillermo Nielsen räumte allerdings erstmals ein, dass seine Regierung „mehr Flexibilität" in den Umschuldungsverhandlungen zeigen könnte: „Ich glaube nicht, dass es viel sein wird, aber es wird mehr Flexibilität in dem Vorschlag zum Forderungsverzicht geben“, sagte er gegenüber einer Gruppe von Bankern in New York, die für Argentinien die Abwicklung der Umschuldung vornehmen und die neuen Titel auf den Markt bringen sollen. Mitte November soll die Liste der ausgewählten Banken bekannt gegeben werden. Erst danach werde das definitive Umschuldungsangebot ausgearbeitet, auf dessen Basis dann die Verhandlungen mit den Gläubigern im Dezember beginnen.

Die Banken, die sich bis Ende Oktober für den hoch dotierten Auftrag bewerben müssen, zweifeln, ob das Land mit dem aggressiven Angebot Erfolg haben kann. Wirtschaftsminister Roberto Lavagna bekräftige indes: „Es wird keine Änderungen geben, der Nominalwert ist fixiert“. Flexibilität könnte es allenfalls bei den Zinsraten, dem Kupon oder den Laufzeiten geben. Die Haltung der internationalen Anleihebesitzer zu dem Umschuldungsangebot ist eindeutig: Private wie institutionelle Anleger lehnen es ab.

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