Nachfrage nach Staatsanleihen
Argentinien feiert erfolgreiches Comeback am Kapitalmarkt

Geschätzt 16,5 Milliarden Dollar hat Argentinien bei seiner Rückkehr an die Anleihemärkte eingenommen. Die finanzielle Isolation des Landes nimmt damit ein Ende – das freut nicht zuletzt auch zwei Hedgefonds.

Paris/Buenos AiresArgentinien hat nach einer Staatspleite und einer 15-jährigen Abstinenz vom Kapitalmarkt die Rückkehr an die Finanzmärkte geschafft. Die Versteigerung von Staatsanleihen mit Laufzeiten von drei bis dreißig Jahren sei über insgesamt 22 Prozent der Nachfrage von über 60 Milliarden Dollar abgeschlossen worden, erklärte Finanzminister Alfonso Prat-Gay am Dienstag, wie die Nachrichtenagentur Télam meldete.

„Es war die größte Nachfrage (für Anleihen) in der Geschichte Argentiniens und möglicherweise eine der 20 größten überhaupt“, sagte der Minister. Das sei ein „unglaubliches“ Ergebnis für ein Land, das aus der Staatspleite komme. Zu Zinssätzen und genauem Volumen der Auktionen machte Prat-Gay zunächst keine Angaben.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg schätzte die Einnahmen aus den Auktionen unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person auf 16,5 Milliarden US-Dollar (umgerechnet etwa 14,5 Milliarden Euro). Die Papiere waren bei den Anlegern derart begehrt, dass Argentinien jedoch auch 68 Milliarden Dollar hätte einnehmen können. „Alle haben sich auf Argentinien gestürzt“, sagte ein in New York ansässiger Investor.

Allerdings muss der Staat der Nachrichtenagentur Reuters zufolge vergleichsweise hohe Zinsen zahlen: Für die richtungsweisende zehnjährige Anleihe bekommen die Investoren 7,5 Prozent an Zinsen. Zum Vergleich: Die Rendite der deutschen Bundesanleihe mit dieser Laufzeit liegt nahe null Prozent.

Argentinien war 2001 zahlungsunfähig geworden. Danach hatte sich das Land mit den meisten Geldgebern auf einen Schuldenerlass und einen Umtausch von Anleihen geeinigt. Mehrere Hedgefonds kauften die Bonds, die Argentinien nach US-Recht begeben hatte, damals zu einem Bruchteil des Nennwertes und pochten später auf eine volle Auszahlung.

Seit der Wahl von Mauricio Macri zum neuen Präsidenten im November 2015 versucht das Land, mit der Lösung des Konflikts mehr Investoren zu locken. Ein US-Bundesberufungsgericht in New York machte am vergangenen Mittwoch den Weg frei für die Aufhebung von einstweiligen Verfügungen, die Zahlungen an gewisse Gläubiger verhindert hatten. Schließlich einigte sich die Regierung auf einen Vergleich. Am Freitag werde Argentinien wie angekündigt die Hedgefonds mit Bargeld auszahlen, sagte Prat-Gay.

Agentur
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