Negativrekord
Bundesanleihen bringen so wenig wie nie

Bundesanleihen haben am Mittwoch deutlich zugelegt. Grund waren schwache Konjunkturzahlen unter anderem aus Deutschland, die Anleger in sichere Staatsanleihen getrieben haben. Sie werfen so wenig Zinsen ab wie noch nie.
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Bundesanleihen haben am Mittwoch deutliche Gewinne verzeichnet. Dahinter standen schwache Konjunkturzahlen aus Deutschland und Italien und deutliche Verluste an den Aktienmärkten, die eine Flucht in die sicheren Staatsanleihen auslösten. Die Rendite zehnjähriger Papiere fiel zeitweise bis auf 1,103 Prozent zurück, was ein neues Rekordtief war. Der Terminkontrakt Bund-Future gewann 59 Basispunkte auf 148,88 Prozent.

Der Auftragseingang in der deutschen Industrie war im Juni so schwach wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. Preis-, kalender- und saisonbereinigt gingen die Aufträge im Juni gegenüber dem Vormonat um 3,2 Prozent zurück, wie das Wirtschaftsministerium in Berlin bekannt gab. In einer Umfrage von Bloomberg News hatten 30 Ökonomen im Median mit einem Anstieg um 0,9 Prozent gerechnet.

Aus Italien wurde gemeldet, dass die Wirtschaft im zweiten Quartal überraschend geschrumpft ist. „Wenige haben damit gerechnet, dass Italien in eine Rezession zurückfällt“, sagte Analyst Felix Herrmann von der DZ Bank AG in Frankfurt. „Der deutsche Auftragseingang ist oft volatil, aber dessen ungeachtet verliert die Eurozone an Auftrieb und auch Deutschland ist dagegen nicht immun. Das Potenzial einer weiteren Einengung der Renditeabstände ist begrenzt.“

Bei den Staatsanleihen der so genannten Euro-Peripherie rentierten zehnjährige italienische Papiere mit 2,80 Prozent knapp sechs Basispunkte höher. Die Rendite vergleichbarer spanischer Bonds legte vier Basispunkte auf 2,58 Prozent zu.

US-Treasuries waren am Mittwoch gefragt – die Rendite der zehnjährigen Papiere sank um fünf Basispunkte auf 2,44 Prozent. Am Tagesmarkt begab Deutschland fünfjährige Anleihen. Schweden platzierte Anleihen mit Fälligkeit 2020 für 3,5 Milliarden Kronen.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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