Neue Anleihe: Milliardenbond: Commerzbank verzichtet auf Staatsgarantie

Neue Anleihe
Milliardenbond: Commerzbank verzichtet auf Staatsgarantie

Die Commerzbank nutzt die positive Grundstimmung am Anleihemarkt für eine weitere Milliardenemission. Deutschlands zweitgrößtes Institut begibt einen Bond an Investoren, der rund 1,5 Mrd. Euro schwer ist. Im Gegensatz zur letzten Commerzbank-Anleihe ist das neue Papier nicht staatsgarantiert. Anlegern winken daher höhere Renditeaufschläge.

HB FRANKFURT/LONDON. Die Commerzbank hat binnen weniger Wochen erneut mit einer Anleihe Milliardengelder eingesammelt - diesmal aber ohne staatliche Garantie im Rücken. Innerhalb von nur zwei Stunden seien am Freitag mit einer unbesicherten Anleihe 1,5 Mrd. Euro eingesammelt worden, teilte die zweitgrößte deutsche Bank am Freitag mit. Das Papier mit einer Laufzeit von fünf Jahren stieß bei Investoren auf eine starke Nachfrage: Das Orderbuch habe bei 5,7 Mrd. Euro gelegen. „Die erfolgreiche Emission ist ein wichtiges Vertrauenssignal für den Anleihemarkt“, erklärte Commerzbank-Vorstand Michael Reuther. Mit dem Geld sollen vor allem längerfristige Kredite refinanziert werden.

Die Commerzbank muss für den Bond einen Renditeaufschlag von 210 Basispunkten über Swapmitte bezahlen, was im Vergleich zu früheren Preisen ausgesprochen hoch ist. Angesichts der starken Nachfrage konnte die Commerzbank den Preis jedoch noch leicht verringern - ursprünglich war nach Informationen des zu Thomson Reuters gehörenden Marktanalysedienstes IFR ein Aufschlag von 225 Basispunkten geplant. Bei der Platzierung einer staatlich abgesicherten Anleihe vor drei Wochen musste die Commerzbank lediglich einen Aufschlag von 30 Basispunkte zahlen. Allerdings kamen auf die Bank bei der Nutzung der Staatsgarantien noch Gebühren hinzu, zudem sind diese Papiere auf maximal drei Jahre begrenzt.

Die jetzt begebene klassische Anleihe ist mit einem Kupon von fünf Prozent verzinst. Der Preis für institutionelle Anleger (Reoffer) beträgt 99,555 Prozent. Die Transaktion wurde von der Commerzbank selbst, der Dresdner Bank, BNP Paribas, DZ Bank, DekaBank und UBS geführt.

Die Commerzbank hat vom Bund innerhalb weniger Wochen zwei Finanzspritzen von insgesamt über 18 Mrd. Euro bekommen. Der Staat hält damit künftig 25 Prozent plus eine Aktie an der börsennotierten Bank.

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