Neue Anleihen: Apple macht lieber Schulden als Steuern zu zahlen

Neue Anleihen
Apple macht lieber Schulden als Steuern zu zahlen

Apple hat mehr als genug Geld auf der hohen Kante liegen. Dennoch leiht sich der Elektronikkonzern bei Investoren weitere Milliarden. Der Grund hat mit einem Steuertrick zu tun.
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New YorkApple versetzt den Kapitalmarkt in Aufruhr. Erstmals seit fast zwei Jahrzehnten besorgt sich der iPhone-Konzern über den Verkauf von Anleihen frisches Geld bei Investoren - und dann gleich 17 Milliarden Dollar. Eine Rekordsumme. Doch warum? Der Konzern leidet schließlich nicht unter Geldmangel.

Wofür braucht Apple das Geld?

Apple hat seinen Aktionären versprochen, Ihnen bis Ende 2015 insgesamt 100 Milliarden Dollar zu geben - entweder über Dividenden oder über den Rückkauf von Aktien. Das soll die Wertpapiere attraktiver machen für Anleger und somit den zuletzt gesunkenen Kurs wieder in die Höhe treiben. Großaktionäre hatten Apple-Chef Tim Cook zu dem Schritt gedrängt. Sein verstorbener Vorgänger Steve Jobs hatte derartige Ausschüttungen kategorisch abgelehnt.

Gab es schon einmal eine so große Anleiheemission?

Apple hat einen neuen Rekord bei Anleihen von Unternehmen aufgestellt. Bislang hatte Roche den Rekord gehalten. Der Schweizer Pharmakonzern begab im Februar 2009 insgesamt 16,5 Milliarden Dollar über sechs Tranchen.

Auf welchem Wege besorgt sich Apple das Geld?

Apple verkauft Anleihen, auf Englisch Bonds genannt. Dabei leihen Investoren dem Unternehmen Geld für eine bestimmte Zeit. Im Gegenzug bekommen die Anleger ein Schuldpapier, auf das Zinsen fällig werden. Apple legt mehrere dieser Anleihen mit unterschiedlichen Laufzeiten sowie variablen und festen Zinssätzen auf. Dadurch muss der Konzern nicht alles Geld auf einmal zurückzahlen.

Warum macht Apple Schulden, wenn doch die Kasse voll ist?

Zwar hat Apple etwa 145 Milliarden Dollar auf der hohen Kante liegen, doch nur jeder dritte Dollar befindet sich auch in den USA, wo die Dividenden gezahlt werden. Der Rest liegt über den Globus verstreut. Wenn Apple das Geld nun nach Hause holen wollte, würden darauf Steuern fällig. Das will Apple vermeiden - und leiht sich lieber frisches Geld bei Investoren. Das ist unterm Strich günstiger, weil derzeit die Zinnsätze niedrig sind und Apple als sehr kreditwürdig eingeschätzt wird.

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  • Jetzt fangt halt endlich einmal an miteinander zu reden, Apple etc. einerseits und IRS, Herr Schäuble etc. andererseits, und zwar ohne Beisein von Anwälten, Steuerberatern und Investmentbankern. Was passiert hier? Apple wird vermutl. den Grossteil dieser Anleihen selbst kaufen, und zwar durch die Auslandsgesellschaften bei denen der Cash sitzt. Und wenn IRS da drauf kommt heisst es ganz schnell "Deemed Dividend" und die Steuern werden trotzdem fällig. Aber erst nachdem die ganzen o.g. Parasiten schon bezahlt worden sind. So sinnlos...

  • Steuern zu bezahlen ist sinnvolle Pflicht in einem funktionierenden Rechtsstaat.

    Infrastruktur, Wasser- und Energieversorgung, ja, die dürften NICHT privatisiert sei und werden. Bildung, der Umgang, die Förderung von "nicht Eliten" und Kultur, Wesensmerkmale an denen man eine Gesellschaft erkennt, sie als Nation versteht. Weshalb hier aber gedankenlos gekürzt wird lässt tief in die Mentalität der Volksvertreter blicken die uns Verkaufen wie Staubsaugervertreter Staubsauger.
    Wenn die Königsdisziplin des Parlamentes, die Finanzhoheit aber von einem geradezu grotesk ahnungslosem Parlament nach Brüssel abgegeben wird und man uns erzählt wie sinnvoll es sei unsere Demokratie oder was davon noch übrig geblieben ist, am Hindukusch zu verteidigen, mit Steuergeldern die Zockerpositionen von Banken und Versicherungen glatt stellt, wir retten Griechenland - und mit dem ESM unser Grundgesetz ad absurdum führt -
    dann kann ich durchaus verstehen, dass man seine Zweifel am steuerzahlen bekommt.

    Wenn nicht so unglaublich gelogen würde und unsere unfreie Presse endlich aufwachen würde um die Pressefreiheit wieder zu leben - dann, ja dann sähe man, dass noch nicht aller Tage Abend wäre.

    Die Hoffnung stirbt zuletzt. Also, Finger in die Wunden legen und Mund aufmachen.

    In diesem Sinne,
    Franz Kalb

  • Die Aktie hatte sich in nur 9,5 Jahren verhundertfacht (von 7$ auf 705$).
    Aktionäre und Mitarbeiter(Aktienoptionen) waren völlig aus dem Häuschen,träumten schon von den 1000$ bis Jahresende 2012.Nun kam ein Rückschlag und schon "geht die Düse" wie man so schön sagt.

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