Neue Anleihen
Investoren lieben Griechenland

Griechenland feiert seine Rückkehr an den Kapitalmarkt. Erstmals seit Beginn der Krise platziert das Land neue Anleihen. Die Nachfrage ist riesengroß. Die Griechen hätten deutlich mehr einnehmen können als geplant.
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Athen, DüsseldorfEs ist noch nicht lange her, da galt Griechenland als Schmuddelkind an den Kapitalmärkten. Mit dem heutigen Tag ist das Vergangenheit. Jetzt können Investoren gar nicht genug bekommen von griechischen Staatsanleihen.

Erstmals seit Beginn der Schuldenkrise hat Athen am Donnerstag eine fünfjährige Anleihe am Markt platziert. Die Auktion hat drei Milliarden Euro eingespielt. Das waren 500 Millionen Euro mehr als Analysten erwartet hatten. Die Rendite lag bei 4,75 Prozent.

Die Griechen hätten wohl sogar noch deutlich mehr einnehmen können. Das Angebot sei „mindestens acht Mal überboten“ worden, frohlockte der griechische Vizeministerpräsident Evangelos Venizelos im griechischen Fernsehen. Der Zinssatz falle niedriger aus, als man ursprünglich erwartet hätte. Die Reaktion der Märkte sei „ermutigend“, sagte Venizelos.

Es sollen Gebote über 20 Milliarden Euro eingegangen sein, hieß es in Finanzkreisen. Die Emission wurde von der Bank of America Merrill Lynch, der Deutschen Bank, Goldman Sachs, HSBC, JP Morgan und Morgan Stanley organisiert, die die Anleihen direkt bei Großinvestoren untergebracht haben. Mehr als 500 Anleger sollen für die Papiere geboten haben.

Die neuen Anleihen werden nach britischem Recht ausgegeben. Das soll für Vertrauen bei Anlegern sorgen. Zur Erinnerung: Vor zwei Jahren hatte das überschuldete Griechenland seine Anleihehalter zu einem massiven Forderungsverzicht gedrängt. Im Schnitt mussten mehr als 70 Prozent vom Nennwert abgeschrieben werden. Möglich war dies, weil die umgeschuldeten Papiere griechischem Recht unterlagen. Einzelne Anleihen unter britischem oder auch schweizerischem Recht blieben damals vom sogenannten „Haircut“ verschont.

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  • Jeder normale Bürger wäre doch schon lange im Gefängnis, wegen Gewerbsmäßigen Betruges und da hier eine Gruppe von Menschen am Werke ist, käme auch noch ein kleiner Aufschlag wegen Bandenkriminalität hinzu.
    Jede Dumpfbacke weiß, dass Griechenland diese Kredite niemals zurückzahlen kann! Dieses Land liegt nicht nur am Boden, es liegt im Sterben.
    Die wirtschaftlichen Eckdaten sind grauenerregend und die Menschen werden mit einer solchen Brutalität ausgenommen, dass es mir fast schon wie ein sadistisches Experiment vorkommt, um herauszufinden wie weit man gehen kann. Eines ist klar, der Raubzug wird in Griechenland, Spanien, Italien ... , doch nicht enden.
    Warum ermitteln hier keine Staatsanwälte gegen die Initiatoren?
    Es kann doch nicht wahr sein, dass hier nicht gegen geltendes Recht verstoßen wird.
    Das ist in meinen Augen Veruntreuung von Volksvermögen, warum wird dem nicht Einhalt geboten?
    Was muss denn noch alles geschehen?

  • Keine Investoren, sondern nur Spekulanten kaufen diese Griechen-Anleihe. Da verliert man noch den allerletzten "Respekt", den man vor diesen Bankstern haben kann. Entlasst endlich die Leute wie den Bankster "Draghi" und seine getreue Merkel, die Europa ehr vernichten als zu helfen. Wie kann man von solchen Betrügern wie den Griechen heute noch Anleihen kaufen. Die hätte den Euro schon vor Jahren verlassen müssen, dann wäre das heute bereits alles "gegessen".

  • Bringt euer Geld in Sicherheit! Hier in Deutschland wird es ein böses erwachen geben. Warum in die ferne schweifen, wenn die Schweiz so nah! ;-)

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