Neue Anleihen
Schäuble macht mit Schuldenmachen Geld

Der Bund bringt neue zweijährige Anleihen auf den Markt - und die Investoren geben ihm Geld dafür. Insgesamt nimmt Vater Staat mit den neuen Papieren mehr als vier Milliarden ein.
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BerlinFinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) verdient beim Schuldenmachen erneut Geld. Was zuletzt nur bei sechsmonatigen Papieren gelang, schaffte der Bund dank seiner Rolle als sicherer Hafen für Anleger nun auch beim Verkauf von zweijährigen Schatzanweisungen. Die Auktion spülte Deutschland am Mittwoch 4,173 Milliarden Euro in die Kasse. Die Investoren nahmen eine negative Rendite von durchschnittlich 0,06 Prozent in Kauf, um in den Besitz der als ausfallsicher geltenden Papiere zu kommen. Damit kassierte der Bund eine Prämie, statt den Investoren eine Rendite zu zahlen. Diese lag bei der vorigen Emission noch bei plus 0,1 Prozent.

Die Zinsen für Bundeswertpapiere sind zuletzt in den Keller gerauscht. Denn in der Schuldenkrise meiden viele Investoren risikoreiche Anlagen und verzichten damit auf höhere Renditen. Dies führte wiederholt dazu, dass etwa Deutschland, die Niederlande, Frankreich und jüngst auch der Rettungsfonds EFSF bereits Prämien fürs Schuldenmachen erhielten statt die Investoren mit Renditen ködern zu müssen.
Entsprechend gelassen reagierten die Finanzmärkte. "Es ist keine Überraschung, dass wir bei einer Auktion von zweijährigen Papieren in Deutschland eine negative Rendite haben", kommentierte Analyst Nick Stamenkovic von Ria Capital Markets die Emission. Die Renditen könnten kurzfristig sogar noch tiefer "ins negative Territorium" vorstoßen.


Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Neue Anleihen: Schäuble macht mit Schuldenmachen Geld"

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  • Der Euro ist gar kein Geld, da er die Kriterien dafür gar nicht erfüllt. Der Euro ist lediglich ein Schuldversprechen auf Geld. Jeder kann die Annahme von Euro ablehnen und stattdessen richtiges Geld wie Gold etc. verlangen. Denken sie bitte daran, wenn sie Montags zur Bank kommen und die Schalter geschlossen sind. Dann gibs wieder neues Geld, und der Euro ist nichts mehr wert. LOL

  • Nö, keine D-Mark, dann gehen mir ja die ganzen Vorteile durch den Euro verloren ...
    Und ich muß wieder Umtauschgebühren bezahlen, wenn ich nach Frankreich will!

    P.S.:
    Mit welcher Währung die Bürger (manche sagen auch Mitbürger) übern Tisch gezogen werden, ist letztlich gleich!

  • @ Hagbard_Celine

    GENAU!
    Wenn wir Wolfgang nicht hätten - und die "schlauen" Journalisten und Schreiberlinge ...

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