Neue Anleihen
Spanien hangelt sich weiter durch

Spanien wird neue Staatsanleihen zu guten Konditionen los. Der Kapitalbedarf für dieses Jahr ist gedeckt. Doch wie lange kann sich Spanien noch vor einem Hilfsantrag drücken. Nicht mehr lange, sagen Investoren.
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Madrid/FrankfurtSpanien hat sich zu günstigeren Bedingungen als zuletzt am Kapitalmarkt mit frischem Geld eingedeckt. Die drei am Donnerstag versteigerten Schuldtitel mit Laufzeiten bis 2015, 2017 und 2021 dienen bereits zur Refinanzierung des klammen Staats für das nächste Jahr. Das als Anwärter auf den Euro-Rettungsschirm gehandelte Land bot den Investoren durch die Bank niedrigere Zinsen als bei den vorangegangenen Versteigerungen. Mit knapp 3,9 Milliarden Euro wurde zudem das angestrebte Zuteilungsvolumen für die Anleihen deutlich übertroffen. Anvisiert wurde eine Schuldenaufnahme zwischen 2,5 und 3,5 Milliarden Euro.

Bei dem dreijährigen Schuldtitel sank die zu zahlende Rendite, verglichen mit einer einer ähnlichen Versteigerung Anfang November, leicht um etwa 0,04 Prozentpunkte auf 3,617 Prozent. Das Papier mit Fälligkeit 2017 rentierte mit 4,477 Prozent und damit knapp 0,3 Punkte niedriger als eine Anfang Oktober auktionierte Anleihe. Die effektive Verzinsung des Langläufers mit Fälligkeit 2021 lag bei 5,52 Prozent.

Spanien konnte sich damit am Kapitalmarkt in einem Umfeld behaupten, das von erhöhter Unsicherheit wegen der schwelenden Euro-Krise gekennzeichnet ist. So hatte die Ratingagentur Moody's dem Euro-Schwergewicht Frankreich die Spitzenbonität entzogen. Zudem konnten sich die Finanzminister der Euro-Zone bislang nicht auf weitere Hilfen für das pleitebedrohte Griechenland einigen.

Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy sieht sich überdies mit verstärkten Unabhängigkeitsbestrebungen der Region Katalonien konfrontiert, die am Sonntag ein neues Parlament wählt. Die Investoren hielten Spanien dennoch die Stange: So rentierten selbst die bis 2021 laufenden Papiere mit 5,51 Prozent niedriger als bei der letzten Auktion, als noch 5,54 Prozent fällig wurden.

Rajoy hat für den maroden spanischen Bankensektor Hilfen in Brüssel beantragt, zögert jedoch noch, für das gesamte Land einen Rettungsantrag zu stellen. Will Spanien das neue, im September vorgestellte, OMT- Bondkaufprogramm der Europäischen Zentralbank in Anspruch nehmen, um seine Finanzierungskosten zu drücken, muss es als Voraussetzung ein Rettungspaket beantragen und die damit verbundenen Wirtschaftsreformen durchführen.

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  • Inzwischen hat Spanien erneut Anleihen versteigert, lt. tv heute, 5.12.und musste sehr viel höheren Zins akzeptieren.
    Dieser Artikel ist nicht mehr aktuell.

  • Nochmals zur Wiederholung: Die spanischen Banken sind das eigentliche Problem. Der tatsächliche und wirkliche Rekapitalisierungs- und Wertberichtigungsbedarf steht bis heute nicht fest. Die EZB hat über LTRO, ELA, den Ankauf von Staatsanleihen und Target 2 die spansiche Volkswirtschaft mit dem angeschlossenen Bankensystem bisher am Leben erhalten. Die spanischen Banken nutzen zudem den EFSF. Weiterhin möchte man eine europäische Bankenunion mit einer gemeinsamen Haftungseinlagensicherung.

    Die spanische Volkswirtschaft befindet sich in einer nachhaltigen und tiefen Abschwungphase mit riesigen Arbeitslosigkeiten. Die Verwerfungen am Immobilienmarkt sind noch in Jahren zu spüren und stellen eine permanente Gefahr dar. Die eigene Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit ist nicht ausreichend, um im Eurowährungsclub mitspielen zu können.

    Ein weiteres Problem sind die Finanzprobleme der spanischen Regionalregierungen. Vielen fehlt das Geld, um die nötigsten Ausgaben zu finanzieren.

    Diese Fakten gehören bei dieser Betrachtung und Analyse unabdingbar dazu.

  • ... und wir sollen wohl glauben, daß diese Anleihen von Investoren des "Freien Marktes" abgenommen wurden.

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