Neue Groß-Pfandbriefe: Jumbo-Markt wächst stark

Neue Groß-Pfandbriefe
Jumbo-Markt wächst stark

Die Banco de Sabadell hat gestern als erstes Institut in diesem Jahr den Markt für Jumbo-Pfandbriefe – großvolumige mit Hypotheken- oder Staatskrediten gedeckte Anleihen – angezapft. Die spanische Bank begab einen zehnjährigen Jumbo über 1,75 Mrd. Euro, der laut Banken gut ankam.

HB FRANKFURT. Ab nächster Woche geht es dann Schlag auf Schlag. Insgesamt haben sich allein für Januar noch elf weitere Häuser angemeldet, darunter Eurohypo, ABN Amro, La Caixa, Hypothekenbank in Essen und die Aareal-Bank mit ihrem Jumbo-Debüt. Zusammen dürften sie etwa 16 Mrd. Euro aufnehmen.

Dieser erneut schwungvolle Jahresauftakt dürfte ein Symbol für das gesamte Jahr werden. Banken wie ABN Amro, BNP Paribas, DZ Bank, Ixis CM oder WestLB rechnen damit, dass 2006 in ganz Europa neue Jumbos über 140 bis 155 Mrd. Euro auf den Markt kommen werden. Das wären erneut deutlich mehr als im vergangenen Jahr, in dem es neue Jumbos im Rekordvolumen von 134 Mrd. Euro gab. Barclays Capital erwartet sogar neue Papiere über 180 Mrd. Euro.

Den Löwenanteil dürften erneut spanische und deutsche Banken beisteuern. Traditionelle Pfandbriefe nach deutschem Vorbild gibt es inzwischen in fast allen west -und osteuropäischen Ländern (siehe „Internationaler Markt“). Und auch bei den liquiden Jumbos erweitert sich die Landkarte stetig. Seit 2003 gab es im Durchschnitt alle zwei Monate einen Jumbo-Neueinsteiger, hat Dresdner Kleinwort Wasserstein berechnet. 2005 gab es mit der staatlichen Cassa Depositi e Prestit (CDP) den ersten Emittenten aus Italien, die Sampo Bank öffnete den Markt für finnische und ABN Amro den Markt für niederländische Jumbos. Mit Abbey National und Nationwide gab es zwei weitere neue britische und mit Banco Pastor und Banco Popular zwei neue spanische Emittenten.

In diesem Jahr erwarten Experten die ersten privaten italienischen Banken als neue Jumbo-Häuser. Die WestLB nennt Banca Intesa als mögliches neues Jumbo-Haus. Dazu wird mit den ersten Jumbos aus Norwegen gerechnet. Als heißer Kandidat gilt die DNB Nor Bank, die bereits Emissionen über drei bis vier Mrd. Euro pro Jahr angekündigt hat. BNP Paribas rechnet mit der Emission im zweiten Halbjahr. Daneben werden im nächsten Jahr die ersten Jumbos aus Portugal erwartet. Schwedische Häuser stehen ebenfalls in den Startlöchern, wobei jedoch noch nicht klar ist, ob es sich um Jumbos über mindestens 500 Mill. Euro handeln wird. Neue Emittenten sind auch in Großbritannien wahrscheinlich.

Neue Pfandbrief-Emittenten aus Deutschland dürften dagegen eher rar bleiben, obwohl theoretisch seit vergangenem Juli unter dem allgemeinen Pfandbriefgesetz alle deutschen Banken diese begeben dürfen. Vorher konnten das unter den entsprechenden Spezialgesetzen nur Hypotheken- und Landesbanken. Der Aufwand gilt jedoch derzeit als zu groß, weil sich Banken mit guten Ratings auch mit ungedeckten Anleihen günstig refinanzieren können.

Das insgesamt größere Angebot dürfte die ausstehenden Jumbos in Höhe von rund 650 Mrd. Euro allenfalls kurzfristig kaum belasten, meint Heiko Langer, Analyst bei BNP Paribas. Zum einen würden 2006 in ganz Europa Jumbos über knapp 80 Mrd. Euro fällig. „Außerdem wächst die internationale Investorenschar beständig, gerade weil es aus immer mehr Ländern Jumbos gibt“, sagt Langer.

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin
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