Neue Neutralität Pimcos Wette auf niedrige Volatilität

Schwanken die Kurse wenig, wird die Absicherung gegen Kursschwankungen zum lohnenden Geschäft. Pimco verkündete nun, dass es seine Strategie in den nächsten Jahren ganz auf die niedrige Volatilität abstellen wird.
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Bill Gross, Investmentchef von Pimco, des größten Anleihefonds der Welt, während seiner Rede auf der Morningstar Investmentkonferenz in Chicago. Pimco setzt in den nächsten Jahren auf niedrige Volatilität in den Märkten. Quelle: Reuters

Bill Gross, Investmentchef von Pimco, des größten Anleihefonds der Welt, während seiner Rede auf der Morningstar Investmentkonferenz in Chicago. Pimco setzt in den nächsten Jahren auf niedrige Volatilität in den Märkten.

(Foto: Reuters)

ChicagoDie „Neue Neutralität“ wird nach Ansicht von Bill Gross auch außerhalb des Anleihemarktes Kreise ziehen. Gross, Investmentchef der Pacific Investment Management Co. (Pimco), setzt darauf, dass die Volatilität an den Märkten außergewöhnlich niedrig bleiben wird. „Im Grunde genommen verkaufen wir Absicherungen gegen Preisschwankungen“, sagte Gross am Donnerstag in einem Interview auf der Investmentkonferenz des Fondsanalyseunternehmens Morningstar. „Bei Pimco haben wir das in den vergangenen vier oder fünf Wochen versucht.“

Die Wette auf eine geringe Volatilität sei wesentlicher Bestandteil der Strategie der Allianz-Tochter für die nächsten drei bis fünf Jahre, sagte Gross. „Neue Neutralität“ heißt für die Fondsgesellschaft niedrige Zinsen und geringeres, aber stabiles Weltwirtschaftswachstum. In einer im Mai veröffentlichten Studie prognostizierte Pimco Renditen von rund fünf Prozent für Aktien und drei Prozent für Anleihen, da jegliche Veränderungen in der Geldpolitik der US-Notenbank zurückhaltend erfolgen dürften.

Die Portfoliomanager von Pimco „kennen alle jeden Teil der neuen Neutralität“ und berücksichtigten sie bei ihren Transaktionen, erläuterte Gross. „Historisch betrachtet hat Pimco mit dem Verkauf von Volatilität Erfolg gehaben und es ist schön, dass die Volatilität gefallen ist.“ Auf Basis von Pimcos neuer Strategie glauben Händler dem Vernehmen nach, dass die Fondsgesellschaft im April und Mai Kauf- und Verkaufsoptionen auf den Aktienindex Standard & Poor's 500 verkauft hat, um auf wenig Bewegung bei den Aktienkursen zu wetten. Aus dem gleichen Kalkül heraus soll Pimco massiv Zinsswaps erworben haben. Gross wollte sich zu spezifischen Transaktionen bei Pimco nicht äußern.

Der Chicago Board Options Exchange Volatility Index, der Kursschwankungen bei Aktien misst, schloss am vergangenen Mittwoch bei 10,61 und damit auf dem niedrigsten Niveau seit Februar 2007. Am 3. Februar wurde mit 21,44 das Hoch für dieses Jahr erreicht, verglichen mit einem Fünfjahresdurchschnitt von 19,7.

  • Bloomberg
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