Neue Strategie der Großbank bei Pfandbrief-Emission
Santander bringt Jumbo über vier Milliarden Euro

Die spanische Santander Central Hispano (SCH) hat gestern einen Jumbo-Pfandbrief über vier Mrd. Euro und damit eine selbst für dieses Segment große Emission begeben. Im Blickpunkt stand das Institut auch, weil es zuvor angekündigt hatte, die Strategie zu ändern und sich mehr nach den Wünschen der Investoren zu richten.

FRANKFURT/M. Die Worte fielen auf fruchtbaren Boden, denn in der Vergangenheit hatte SCH Investoren und Konsortialbanken bei Platzierungen mit niedrigen Renditeaufschlägen, großen Volumina und zu langen Laufzeiten verärgert. Die gestern aufgelegte, mit Hypotheken gedeckte Cédula Hipotecaria – so heißt die spanische Variante der deutschen Pfandbriefe – wurde wie angekündigt in zwei Tranchen mit Laufzeit von fünf und zehn Jahren begeben. Für die Emission bekamen die Konsortialführer ABN Amro, Citigroup, Calyon und Santander Kaufaufträge über sieben Mrd. Euro. Der Jumbo wurde im so genannten Pot-Verfahren begeben. Dabei sammeln die Konsortialführer erst die Aufträge und legen erst dann das Volumen und die Konditionen fest.

Die beiden Tranchen wurden am unteren Ende der angekündigten Spannen gepreist, boten aber nach Einschätzung der DZ Bank trotzdem Aufschläge zu ausstehenden SCH-Cédulas und vergleichbaren Papieren anderer Häuser. Die fünfjährige Tranche wurde mit einem Aufschlag von 0,143 Prozentpunkten, die zehnjährige mit einem Aufschlag von 0,196 Prozentpunkten über den entsprechenden Bundesanleihen Swap festgesetzt. „Es hat sich für uns gelohnt, mehr auf die Investoren zuzugehen und die Strategie zu ändern“, sagte ein Vertreter von Santander dem Handelsblatt.

Ebenfalls gefragt war der mit Krediten an die öffentliche Hand gedeckte sechsjährige Jumbo-Pfandbrief der Hypothekenbank in Essen (Essen Hyp). Er hat ein Volumen von einer Mrd. Euro und ist der zweite Jumbo der Essener, der sich über Genossenschaftsbanken und Sparkassen vor allem an Privatkunden richtet. Das Mandat teilten sich dementsprechend Calyon, DZ Bank, Ixis und Landesbank Baden-Württemberg. Mit der Emission will die Essen Hyp ihre Investoren-Basis verbreitern. Der Jumbo bot einen Renditeaufschlag von 0,078 Prozentpunkten über der entsprechenden Bundesanleihe.

Unter den staatsnahen Institutionen stand die Europäische Investitionsbank (EIB) im Blick, die eine zehnjährige Anleihe über fünf Mrd. Euro begab. Der Bond war deutlich überzeichnet, so dass die EIB das angestrebte Mindestvolumen von drei Mrd. Euro erhöhte.

Von staatlicher Seite begab Deutschland eine neue zweijährige Bundesschatzanweisung über sieben Mrd. Euro. Die zunehmende Unsicherheit über den Ausgang der Bundestagswahl belastete die Nachfrage nicht. Die Banken gaben Gebote über 12,7 Mrd. Euro ab.

Unter den Bundesländern platzierte Niedersachsen einen fünfjährigen Bond über 1,5 Mrd.Euro. Im Handel hielten sich Staatsanleihen gut. Die etwas niedriger als erwartet ausgefallenen US-Einzelhandelsumsätze stützten die Anleihen kaum, weil die Umsätze ohne Pkw über den Erwartungen lagen. Die US-Industrieproduktion stieg weniger stark als erwartet. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag am Abend bei 3,09 Prozent und damit auf dem Niveau des Vortags. Der Terminkontrakt Bund-Future gewann 0,02 Prozentpunkte auf 123,14 Prozent. Zehnjährige US-Staatsanleihen rentierten leicht höher mit 4,16 Prozent.

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin
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