Neuemissionen
Hypo Real Estate testet Markt für Jumbo-Pfandbriefe

Die verstaatlichte Skandalbank Hypo Real Estate (HRE) wagt sich erstmals seit über einem Jahr wieder an den Kapitalmarkt. Die HRE-Tochter Deutsche Pfandbriefbank will einen mit Hypotheken gedeckten Jumbo-Pfandbrief über mindestens eine Mrd. Euro platzieren.

FRANKFURT. Die Laufzeit des Pfandbriefs der HRE-Tochter soll bei fünf Jahren liegen. In den vergangenen zwölf Monaten hatte sich die HRE fast nur über staatliche Kapitalspritzen refinanziert. Anleihen und Pfandbriefe konnte sie in kleinem Volumen nur direkt bei Investoren privat platzieren.

Den Neustart probt die HRE Holding nun über ihre Bank-Tochter, die seit Ende Juni Deutsche Pfandbriefbank heißt. „Wir wollen und müssen uns am Kapitalmarkt wieder einen Namen machen“, sagte ein HRE-Sprecher. Auf die kurze Namensversion Depfa verzichtet das Institut, zu sehr ist er von der Schieflage der irischen Mutter Depfa belastet. Die Bank versuche „ihr Image aufzupolieren“, sagt Michael Schulz, ein Analyst der Nord/LB.

Die Konsortialbanken öffnen die Auftragsbücher voraussichtlich heute offiziell. Viele Investoren hätten schon gestern informelle Kaufaufträge abgeben, hieß es. Einige stellten extra neues Geld für die Anlage in die Papiere bereit. „Die Deutsche Pfandbriefbank wird auf absehbare Zeit in Staatshand bleiben, und die Qualität der Hypotheken, mit denen die Pfandbriefe gedeckt sind, ist solide“, sagt Franz Rudolf, Analyst für Pfandbriefe bei Unicredit. Daher erwartet er, dass sich trotz der belastenden Unternehmensgeschichte genügend Anleger finden.

Das Mandat für die Emission teilen Citigroup, Commerzbank, Deutsche Bank, DZ Bank, HSBC und Landesbank Baden-Württemberg. Die Deutsche Pfandbriefbank hatte auf einer Roadshow um Anleger geworben. Dabei blieb zunächst offen, ob eine staatsgarantierte Anleihe oder einen Jumbo-Pfandbrief auf den Markt kommt. Da Pfandbriefe für Banken günstiger sind als staatsgarantierte Bonds, für die sie Gebühren zahlen müssen, war dem Institut dem Vernehmen nach ein Pfandbrief lieber.

Seit dem Frühjahr sind die Risikoprämien von Jumbo-Pfandbriefen kräftig gesunken. Davon profitierten auch Pfandbriefe der HRE, deren Risikoprämien um bis zu zwei Prozentpunkte sanken. Der neue Jumbo wurde Bankern zufolge inoffiziell mit einem Risikoaufschlag von 0,5 bis 0,6 Prozentpunkten gegenüber dem fünfjährigen Interbankensatz vermarktet. Dieser lag gestern um die 2,7 Prozent.

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin
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