Anleihen
Neues Glück mit Argentinien-Bonds

Noch immer werden Argentinien-Anleihen im Wert von mehr als 20 Mrd. Dollar nicht bedient, doch den Appetit der Anleger auf die übrigen Papiere des Pampalandes scheint dies nicht zu schmälern. Besonders beliebt sind die Anfang vergangenen Jahres aus der Umschuldung hervorgegangenen Anleihen sowie spezielle Papiere, die an das Wirtschaftswachstum gebunden sind.

BUENOS AIRES. Nach einem starken Einbruch im zweiten Quartal, als sich Anleger aus Angst vor globaler Inflation und weiteren US-Zinssteigerungen weltweit aus Risikoanlagen zurückzogen, wiesen die argentinischen Titel im Juli und August teilweise wieder zweistellige Kurssteigerungen auf.

Argentinien hatte sich Ende 2001 für zahlungsunfähig erklärt. Davon betroffen waren Anleihen im Wert von rund 100 Mrd. Dollar. Anfang 2005 führte die Regierung in Buenos Aires endlich eine Umschuldung durch, bei der Gläubiger allerdings auf gut zwei Drittel ihrer Forderungen verzichten mussten. Etwa ein Fünftel der Gläubiger schuldeten ihre Papiere deshalb nicht um und versuchen seitdem vergeblich, ihre Forderungen juristisch durchzusetzen. Die argentinische Regierung will aber kein neues Umschuldungsangebot vorlegen. Ihre Strategie besteht darin, die 20 Mrd. Dollar unbedienten Anleihen zu ignorieren.

Deutlich besser als für die Alt-Gläubiger sind die Aussichten für Besitzer von Anleihen, die im Zuge der Umschuldung oder danach ausgegeben wurden. „Der Übergang von einem exportgeführten Wirtschaftsaufschwung zu einer starken Expansion der inländischen Nachfrage macht argentinische Anleihen zu einer der lukrativsten Investitionen am Markt“, begeistert sich Walter Molano, Chef des auf Lateinamerika spezialisierten US-Investmentfonds BCP Securities.

Die argentinische Wirtschaft wuchs in den letzten drei Jahren um jeweils neun Prozent. Und auch wenn sich das Wachstum im Vergleich dazu leicht abschwächt, „bleibt es robust“, sagt Pablo Morra von der Investmentbank Goldman Sachs. Im Juli stieg die Industrieproduktion um 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das Gesamtjahr rechnet die Regierung mit einem Wachstum von knapp acht Prozent.

Die Exporte werden dieses Jahr um 13 Prozent auf neue Rekordhöhen zulegen. Die Ausfuhren sind etwa für die Hälfte des BIP-Wachstums verantwortlich und bescheren dem Land zudem hohe Deviseneinnahmen. Der Handelsbilanzüberschuss wird 2006 auf elf Mrd. Dollar steigen, kündigte Wirtschaftsministerin Felisa Miceli kürzlich an.

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