Neues Übernahmefieber gilt als Unsicherheitsfaktor
Telekomanleihen verlieren an Attraktivität

Analysten und Fondsmanager schätzen Telekomanleihen zunehmend kritischer ein. Auf den ersten Blick ist das allerdings nicht zu erkennen.

HB FRANKFURT/M. „Overweight“ - also übergewichten - lautet die Empfehlung der meisten Strategen. Doch der Schein trügt. „Die guten Zeiten für die Telekomanleihen mit ständig stark steigenden Kursen sind seit Anfang 2005 vorbei“, sagt Stephan Haber, Analyst für Telekombonds bei der Hypo-Vereinsbank (HVB). Auch Rick Deutsch, Leiter des Researchs für Unternehmensanleihen bei BNP Paribas räumt ein, dass seine „Overweight“-Empfehlung nicht mehr „sehr enthusiastisch“ sei.

Das ist kein Wunder, denn die Kurse der Telekomanleihen sind sehr hoch und ihre Renditen niedrig. Im Schnitt rentieren sie nur noch einen halben Prozentpunkt höher als risikolose Staatsanleihen. Dass viele Experten Telekombonds dennoch weiter empfehlen, liegt daran, dass sie sich voraussichtlich etwas besser halten werden als die Bonds aus anderen Branchen. Es geht also vor allem darum, Verluste zu verringern und das Portfolio stabil zu halten. Außerdem bieten die Zinspapiere der Telekomfirmen immer noch etwas mehr Rendite als zum Beispiel Anleihen von Versorgern. Das macht sie vergleichsweise attraktiv. Die meisten Experten erwarten aber, dass die Risikoaufschläge für Telekomanleihen noch etwas steigen werden. Schon jetzt liegen sie über dem Stand vom Jahresanfang.

Zu den wenigen Experten, die davon ausgehen, dass Telekombonds den Gesamtmarkt nicht schlagen werden, gehört die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Sie hat ihre Sektoreinstufung auf „neutral“ gesenkt. „Die Anleihen sind sehr teuer geworden, und weitere Fusionen und Übernahmen könnten die Telekombonds belasten“, sagt Analystin Bettina Deuscher.

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