Niedrige Finanzierungskosten
Anleiheemissionen erreichen Rekordhoch

In der vergangenen Woche wurden weltweit Anleihen für 126 Milliarden Dollar begeben – ein Allzeithoch. Dahinter stecken rekordverdächtig niedrige Finanzierungskosten – und eine „Zugreifen-Stimmung“ bei den Anlegern.
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Weltweit ist das Volumen der Anleiheemissionen in der Vorwoche auf den Rekordwert von 126 Mrd. Dollar (94,4 Mrd. Euro) geklettert, zeigen Bloomberg-Daten. Die Entwicklung wird angeheizt von Finanzierungskosten nahe am Rekordtief.
Bank of America Corp., die zweitgrößte Bank in den USA, gemessen an der Bilanzsumme, begab Anleihen über sechs Mrd. Dollar und Intesa Sanpaolo SpA beschaffte 3,5 Mrd. Dollar. Die beiden führten die Liste der Emittenten, gemessen am platzierten Volumen, an.
Es war die lebhafteste Woche seit den fünf Handelstagen bis 14. September 2012. Damals nahmen Emittenten 124,3 Mrd. Dollar auf. Das durchschnittliche Volumen je Handelswoche lag 2012 bei 76 Mrd. Dollar.

Die Anleiheemissionen erfolgen damit weiter im Rekordtempo, das 2012 erreicht worden ist. Im vergangenen Jahr kamen Papiere über 3,95 Billionen Dollar an den Markt - mehr als jemals zuvor. Emittenten hatten es eilig, rekordniedrige Zinsen zu sichern. Investoren sind erpicht darauf, Bares in Unternehmensanleihen zu investieren, sagt Jody Lurie von Janney Montgomery Scott LLC. „Es gebe so etwas wie die Stimmung 'Lass uns wieder zugreifen'“, sagte Lurie, Kreditanalystin in Philadelphia im Telefoninterview. „Mit dem Jahresauftakt wollen sie wieder Geld anlegen.“
Die Risikoprämie, die Anleger für Unternehmenspapiere gegenüber Staatsanleihen fordern, ist am 11. Januar auf 206 Basispunkte gesunken, gegenüber 211 Basispunkten am 4. Januar. Das belegt ein Index von Bank of America Merrill Lynch Global Corporate & High Yield. Die Renditen fielen von 3,32 Prozent auf 3,27 Prozent. Ein Basispunkt entspricht 0,01 Prozentpunkten.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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