"Notenbank hat noch einen längeren Weg der Zinserhöhungsschritte zu gehen"
Anleger greifen bei höheren Bondrenditen zu

Nach leichten Anfangsverlusten an den Bondmärkten drehte im Handelsverlauf am Dienstag die Tendenz. Auf niedrigerem Niveau griffen die Anleger wieder zu, so dass es bis zum Schluss des Handels in Europa nur geringe Verschiebungen in der Renditestrukturkurve gab.

FRANKFURT/M. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen wurde in Europa zum Schluss des Geschäfts mit 3,18 Prozent und in den USA mit 4,37 Prozent ermittelt. Die Tagestendenzen wurden maßgeblich von der Erwartung weiterer Leitzinsanhebungen in den USA und auf höhere Leitsätze im Euro-Raum bestimmt.

Nur temporär beeinflussten die aktuellen Wirtschaftsdaten das Geschehen. In den USA stiegen die Auftragseingänge aus der Industrie im August um 2,5 Prozent und lagen damit über den Schätzungen in Höhe von 2,0 Prozent. Der Vormonatswert wurde jedoch um 0,5 auf 3,1 Prozent nach unten revidiert. In der Euro-Zone legten die August-Produzentenpreise um annualisierte 4,0 Prozent zu, maßgeblich getrieben von den nach oben schnellenden Energiepreisen.

Insbesondere in den USA diskutierten Marktteilnehmer die Zinsperspektiven wieder häufiger. Hintergrund waren aktuelle Äußerungen von Vertretern der regionalen Notenbanken. Jack Gyunn von der Fed in Atlanta sagte, die Notenbank habe noch einen längeren Weg der Zinserhöhungsschritte zu gehen.

Die Fed hat ihren Leitsatz seit Juni vergangenen Jahres in elf Schritten auf 3,75 Prozent angehoben. Wie die Zinsterminkontrakte signalisieren, rechnen die Experten mit einer Erhöhung auf vier Prozent am 1. November. Eine hohe Wahrscheinlichkeit spricht für eine weitere Anhebung der Zielmarke für die Fed Funds (Tagesgeld) um wiederum 0,25 Prozentpunkte am 13. Dezember. In einer Kurzstudie bemerken die Analysten der Rabobank, für die Notenbank sei die Bekämpfung potenzieller Inflationsgefahren wichtiger als der Wirtschaft kurzfristige Hilfe zu gewähren, um den nötigen Wiederaufbau nach den Hurrikans zu beschleunigen. Wie stark die Stürme die Konjunktur belasten, dürfte unter anderem der am 7. Oktober anstehende Arbeitsmarktbericht zeigen.

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