Nur wenige Produkte richten sich an Privatanleger
Strukturierte Anleihen bieten Renditeplus

Die Zeiten für Investoren, die nach hohen Renditen am Anleihemarkt suchen, sind hart geworden. Denn trotz der Zinswende in den USA sind die Renditen für Staats- und Unternehmensbonds noch niedrig. Deshalb greifen institutionelle Investoren verstärkt zu strukturierten Anleihen oder Kreditderivaten, die komplizierter sind als herkömmliche Bonds, dafür jedoch höhere Renditen bieten.

HB FRANKFURT/M. Für Privatanleger gibt es aber nur wenig Möglichkeiten in strukturierte Anleihen direkt zu investieren, da die Mindeststückelungen der Papiere oft sehr hoch sind. So haben zum Beispiel die so genannten Credit Linked Notes, mit denen Deutschland Anfang Juli in einer Aufsehen erregenden Transaktion einen Teil seiner Russland-Kredite verbriefte, einen Nominalwert von 250.000 Euro bzw. Dollar.

Zu den wenigen Anbietern von Credit Linked Notes (CLN) für Privatanleger gehört die DZ Bank. Sie bietet diese Papiere unter dem Namen "Cobold" für verbriefte Unternehmens- und "Emma" für verbriefte Schwellenländerrisiken zum Nominalwert von nur 1000 Euro an (Übersicht: www.zinsprodukte.de).

Wie bei herkömmlichen Anleihen hängen Zinsen und Rückzahlung der CLN von der Kreditwürdigkeit der zu Grunde liegenden Referenzunternehmen bzw. -Länder ab. Dabei gibt es oft mehrere Referenzschuldner. Fällt davon einer aus, bekommen die Anleger am Ende der Laufzeit nicht ihr Kapital zurück, sondern Anleihen des ausgefallenen Schuldners. "Investoren müssen durch Ihren Vermögensberater entsprechend sensibilisiert werden, dass ihr Risiko durch das schwächste Referenzunternehmen am stärksten bestimmt wird", sagt André Korn, zuständig für auf Privatanleger zugeschnittene Zinsprodukte bei der DZ Bank.

Dafür ist aber die Rendite der strukturierten Produkte höher. So bietet zum Beispiel die jüngst begebene "Cobold"-Anleihe, die in drei Jahren fällig wird, 4,25 Prozent Rendite. Ihr liegen verbriefte Kreditrisiken von Ford und General Motors zu Grunde. Vergleichbare Anleihen der Autobauer rentieren laut DZ Bank um die 0,60 Prozentpunkte niedriger. Bei CLN sind die Renditen generell höher, weil sie auf Derivaten basieren, mit denen Ausfallrisiken von Anleihen verbrieft werden (Credit Default Swaps). Die Prämien für diese Ausfallversicherungen liegen oft über den Renditen der zu Grunde liegenden Anleihen.

Den Cobold-Anleihen für verbriefte Unternehmensrisiken liegen meist nur Emittenten mit einem Rating innerhalb der als sicher geltenden Investitionsklasse zu Grunde. Das Risiko wird auch dadurch minimiert, dass die Bonds meist eine kurze Laufzeit haben, die Privatanlegern im aktuellen Zinsumfeld generell empfohlen wird.

Ein anderer Emittent von CLN für Privatanleger ist die HSH Nordbank, die allerdings erst ein solches Papier - Anfang 2004 - begeben hat. Bei anderen Häusern werden CLN für Privatanleger diskutiert, die rechtliche Lage gilt aber als schwierig. ABN Amro will gegen Ende des dritten Quartals ein CL-Papier auflegen, das an den DJ Trac-X gebunden ist. Das ist ein Index, mit dem Credit Default Swaps von mehr als 250 Unternehmen handelbar gemacht werden. "Dabei denken wir an eine Mindeststückelung von 5000 Euro", sagt Gijs Kaars Sijpesteijn, zuständig für die Vermarktung von Privatanleger-Produkten bei ABN Amro. Diese strukturierte Anleihe soll acht Jahre laufen und eine Kapitalgarantie bieten.

Quelle: Handelsblatt Nr. 139 vom 21.07.04 Seite 33

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