Ölkonzern OGX ist pleite
Größtes Bonds-Debakel in Südamerika

Es ist das größte Unternehmens-Bonds-Debakel der Geschichte Südamerikas: Der brasilianische Ölkonzern OGX ist pleite und hat nun Gläubigerschutz beantragt. Damit tritt bei Dollar-dominierten Anleihen ein Ausfall ein.
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Der brasilianische Ölkonzern OGX Petroleo & Gas Participacoes hat in der Nacht zum Donnerstag Gläubigerschutz beantragt. Mit dem Antrag tritt bei Dollar-denominierten Anleihen im Volumen von 3,6 Milliarden Dollar ein Ausfall ein. Es ist das größte Unternehmens-Bonds-Debakel der Geschichte Südamerikas. Der Absturz des Unternehmens, welches Eike Batista einst zum reichsten Mann von Brasilien gemachte hatte, dauerte 16 Monate an. Dabei wurden über 30 Milliarden Dollar des Privatvermögens von Batista zunichte gemacht.

OGX hat die nötigen Unterlagen für den Gläubigerschutz am Mittwoch Ortszeit beim zuständigen Gericht in Rio de Janeiro eingereicht. Das erklärte Sergio Bermudes, ein Anwalt von Batista, per Telefon gegenüber Bloomberg News. Ein Vertreter der OGX-Pressestelle wollte keinen Kommentar abgeben.

Der 56-jährige Batista war Anfang der 1980er Jahre von Europa in seine Heimat Brasilien zurückgekehrt. Er startet mit einer Goldmine. Dann baute er sein Imperium aus. Ab 2006 brachte er insgesamt sechs Konzerne an die Börse. Im März 2012 lag sein Vermögen bei 34,5 Milliarden Dollar. Nach steigenden Verlusten und verpassten Zielen verlor Batista das Vertrauen von Investoren - und sein Imperium begann, in sich zusammenzubrechen.

Mit dem Gläubigerschutz riskiert OGX, dass die Öl-Aufsicht des Landes die 30 Öl- und Erdgaslizenzen des Unternehmens in Brasilien aufhebt. Das erklärte die Anwaltskanzlei TozziniFreire Advogados aus Sao Paulo, die Kunden in der Ölbranche hat.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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