Ölpreisverfall

Moody’s stuft Saudi-Arabien herab

Saudi-Arabien lebt von seinen riesigen Ölvorräten. Doch in Zeiten sinkender Preise steigen die Schulden des Wüstenstaats. Als letzte der großen Rating-Agenturen hat nun auch Moody’s die Bewertung des Landes abgesenkt.
Bisher konnte Saudi-Arabien seine Abhängigkeit vom Öl nicht ausreichend verringern, so die Analysten von Moody’s. Quelle: dpa
Finanzdistrikt in Dubai

Bisher konnte Saudi-Arabien seine Abhängigkeit vom Öl nicht ausreichend verringern, so die Analysten von Moody’s.

(Foto: dpa)

BerlinDie Bonitätsprüfer von Moody’s haben Saudi-Arabien wegen des Ölpreisverfalls herabgestuft. Die Anleihen des Landes bewertet die Agentur nur noch mit „A1“ anstatt „Aa3“. Das Königreich habe seine Abhängigkeit vom Ölpreis noch nicht ausreichend verringert, begründete Moody’s am Samstag seine Entscheidung. Deshalb sei das Land auf künftige Krisen nicht so gut vorbereitet. Das Wachstum falle schwächer aus und die Schulden stiegen. Weder im In- noch im Ausland gebe es genügend Ausgleich. Eine weitere Verschlechterung der Note muss das Ölförderland aber nicht fürchten, der Ausblick ist stabil.

Mit Moody’s senkte auch die letzte der drei großen Agenturen den Daumen über das Königreich. Bereits im Februar hatte Standard & Poor’s einen Warnschuss abgegeben und bewertet das Land nur noch mit „A-“. Fitch folgte im April und stufte Saudi-Arabien auf „AA-“ herab.

Die Noten für andere Ölförderländer wie Qatar und die Vereinigten Arabischen Emirate bestätigte Moody’s. Allerdings ist der Ausblick negativ, womit immer noch eine Herabstufung droht.

Diese unbekannten Multis überschwemmen die Welt mit Öl
Saudi-Arabien: Aramco
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Die staatliche saudische Ölfirma Aramco gilt als eines der wertvollsten Unternehmen der Welt. Kein Wunder, schließlich speist sich der Staatshaushalt des superreichen Königreiches zu fast 90 Prozent aus Öleinnahmen. Genau wegen dieser Abhängigkeit trifft der Preisverfall den weltgrößten Erdöl-Exporteur besonders hart...

Aramco-Chef Khalid Al-Falih
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Dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge droht dem Land ein massives Defizit. Enorme Währungsreserven versetzen Saudi-Arabien und Aramco aber in die Position, an ihrer Politik festzuhalten und weiter große Mengen Öl in den Markt zu pumpen. Aramco-Chef Khalid Al-Falih ließ zuletzt wissen, der Konzern werde seine Investitionen nicht kürzen. Dies gilt als Ablehnung, die Fördermenge zu reduzieren.

Russland: Rosneft
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Rosneft ist nach eigener Darstellung der weltgrößte Ölproduzent in staatlicher Hand – die Regierung kontrolliert 69,5 Prozent der Anteile. Doch der Ölpreisverfall setzt den Staatshaushalt und damit auch Rosneft unter Druck. Eine Teilprivatisierung könnte schon bald frisches Geld in die russischen Kassen spülen, die Rede ist von bis zu 20 Prozent. Traditionell enge Verbindungen zum Kreml verschaffen eine bedeutende Stellung...

Wladimir Putin und Rosneft-Vorstand Setschin
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Vorstand Igor Setschin gilt als enger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin. Nach der Zerschlagung des Yukos-Konzerns konnte sich Rosneft 2004 die Filetstücke einverleiben. Die Reserven belaufen sich nach Konzernangaben auf knapp 34 Milliarden Barrel (je 159 Liter) Öl. Auch im Ausland engagiert sich Rosneft, etwa in Deutschland mit 50 Prozent an der Ruhr Oel GmbH sowie an der PCK Raffinerie GmbH in Brandenburg.

China: Sinopec
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Sinopec steht für China Petroleum and Chemical Corporation. Im vergangenen Jahr stand der größte chinesische Öl- und Chemiekonzern auf Platz zwei der „Forbes“-Liste der weltweit größten Unternehmen. Der Staatskonzern ist auch der größte Raffineriebetreiber in Asien. Mit seinen Tochtergesellschaften erkundet, erschließt und fördert Sinopec Öl und Gas nicht nur in China, sondern auch in anderen Ländern, unter anderem in Afrika...

China: Sinopec
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Mit dem Verfall der Ölpreise gerät aber auch Sinopec unter Druck. Die Ölfördermenge ging im vergangenen Jahr um 4,7 Prozent zurück, während die Gasproduktion noch um 2,6 Prozent zulegte. Erstmals seit 16 Jahren fiel damit seine gesamte Produktion von Öl und Gas –mit einem Minus von 1,7 Prozent. Der Konzern ist an den Börsen in Hongkong, New York, London und Shanghai gelistet, aber mehrheitlich in chinesischem Staatsbesitz.

Venezuela: PDVSA
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Der komplett im Staatsbesitz befindliche Konzern PDVSA ist das größte Erdölunternehmen Lateinamerikas – und schwer unter Druck, da mit seinen Einnahmen die Sozialprogramme finanziert werden. Bei einem Preis von weniger als 30 Dollar je Barrel ist das aber kaum noch möglich. Das Unternehmen hat rund 150.000 Mitarbeiter und nach eigenen Angaben Förderkosten von 13 Dollar je Barrel...

  • rtr
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