Peripherie-Bonds gefragt
Bundesanleihen legen leicht zu

Kleine Achterbahnfahrt bei den Bundesanleihen am Freitag: Nach anfänglichen Kursverlusten gibt es nun leichte Kursgewinne zu verzeichnen. Auch die Nachfrage nach Peripherie-Bonds steigen wieder.
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Die deutschen Bundesanleihen haben am Freitag zunächst etwas nachgegeben und im Verlauf leichte Kursgewinne verzeichnet. EZB-Präsident Mario Draghi hatte am Donnerstag in New York signalisiert, dass weitere Zinssenkungen möglich seien, sollte die Volatilität am Geldmarkt wieder auf das Niveau vom Frühsommer steigen.

Die Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen lag zuletzt bei 1,86 Prozent, einen Basispunkt niedriger. Der Terminkontrakt Bund-Future stieg um elf Basispunkte auf 139,76 Prozent.

Peripherie-Bonds waren nach Hoffnungsschimmern im US- Haushaltsstreit und italienischen Anleiheemissionen stärker gefragt. „Alle schauen auf die USA, und es gibt wohl eine gewisse Erleichterung, die auf risikoreiche Anlagen wie Peripheriebonds ausstrahlt”, sagte Christian Lenk, Rentenanalyst bei der DZ Bank AG in Frankfurt. „Alles in allem war es eine solide Italienauktion, vor allem für die 15- Jährigen, für die es eine bessere Nachfrage gab. Wie wir diese Woche bereits gesehen haben, treffen sogar die 30-jährigen spanischen Staatsanleihen auf gute Nachfrage.”

Italien brachte 2016 fällige Anleihen im Volumen von 3,5 Mrd. Euro mit einer Durchschnittsrendite von 2,25 Prozent an den Markt. Das war die niedrigste Rendite seit dem 13. Mai. Darüber hinaus begab das Land 2028 fällige Bonds im Volumen von 1,25 Mrd. Euro mit einer durchschnittlichen Rendite von 4,59 Prozent im Vergleich zu 4,88 Prozent im September.

Die Rendite zehnjähriger Italien-Anleihen lag zuletzt sieben Basispunkte niedriger bei 4,26 Prozent. Zehnjährige spanische Bonds rentierten fünf Basispunkte tiefer bei 4,29 Prozent.

Am Markt für US-Staatsanleihen sind die Kurse gestiegen. Zehnjährige Treasuries rentierten zwei Basispunkt niedriger bei 2,66 Prozent.

Die Aufmerksamkeit richtet sich auf den am Nachmittag anstehenden Michigan Sentiment Index. „Die Vorgaben für den wohl wichtigsten Stimmungsindikator der USA sind negativ, denn die bereits veröffentlichten Verbraucherumfragen, wie beispielsweise das Bloomberg-Verbrauchervertrauen oder der TIPP- Index, haben zum Teil deutliche Rückgänge aufgewiesen”, schrieben die Helaba-Volkswirte Johannes Jander und Ulrich Wortberg. “Insofern kann ein Wert unterhalb der bei 75,9 liegenden Konsensschätzung nicht ausgeschlossen werden. Erwartungen, wonach es noch in diesem Jahr zu einer Rückführung der Anleihekäufe kommen kann, sollten sich weiter verflüchtigen.”

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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