Pessimistische Prognose
S&P prognostiziert historisch hohe Ausfallraten

Es ist ein Schreckensszenario, das die Ratingagentur S&P skizziert: Bis 2010 könnten rund 120 Unternehmen mit einer schwachen Bonität in die Pleite rutschen. Welche Firmen besonders gefährdet sind.

FRANKFURT. Die Ratingagentur Standard & Poor?s (S&P) sieht schwarz für europäische Unternehmen mit einer schwachen Bonität. Die Kreditanalysten erwarten im schlimmsten Fall, dass bis Ende 2010 rund 120 Unternehmen mit Ratings im wackligen Non-Investment-Grade ihre Anleihen und Kredite beziehungsweise die darauf fälligen Zinsen nicht zahlen können. Dabei geht es laut S&P um ein Volumen von 50 Mrd. Euro. Die Ausfälle entsprächen im schlimmsten Fall einer Quote von 20 Prozent aller schwach bewerteten Schuldner. Ende September hatte S&P bereits ein ähnliches Schreckenszenario für US-Unternehmen entworfen.

Hauptgründe für den Pessimismus der Ratingagentur sind der sich weltweit verschlechternde wirtschaftliche Ausblick, die schwierigen Finanzierungsbedingungen im Bankwesen und die anhaltenden heftigen Schwankungen an den Finanzmärkten. "Investoren sollten sich auf ein Rekordniveau an Zahlungsausfällen bei europäischen Unternehmen gefasst machen", warnt Blaise Ganguin von S&P. Aktuell liegt die Ausfallrate in Europa bei nur drei Prozent und damit leicht unter ihrem 15-jährigen historischen Durchschnitt von 3,2 Prozent.

Die "seismischen Schockwellen an den Finanzmärkten" durch das schwindende Vertrauen in die Banken und der praktisch nicht mehr existierende Markt für hochverzinsliche Verbindlichkeiten schwacher Schuldner werden laut Ganguin auch in den kommenden beiden Jahren äußerst schwierige Bedingungen für europäische Unternehmen nach sich ziehen. Entsprechend erwartet S&P auch zunehmende Ratingherabstufungen von Unternehmen, die gute Ratings im Bereich Investment-Grade haben. So hat inzwischen fast ein Drittel aller europäischen Unternehmen einen negativen Ratingausblick oder steht auf der Überprüfungsliste für eine baldige Herabstufung. Anfang des Jahres waren dies 17 Prozent.

Besonders gefährdet sind Unternehmen mit ohnehin schon schwachen Ratings in der derzeitigen Krise vor allem auch deshalb, weil die Mittel zur Refinanzierung knapper und teurer werden. Seit dem Sommer 2007 hat kein europäisches Unternehmen mit schwachen Ratings mehr einen sogenannten Junk-Bond (Schrottanleihe) begeben können.

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