Pfandbriefbranche
Allianz am Jumbo-Markt

Der Verband deutscher Pfandbriefbanken (VDP) setzt darauf, künftig enger mit den so genannten Market Makern zusammenzuarbeiten. Die Market Maker, also die Händler, die für Jumbo-Pfandbriefe An- und Verkaufskurse stellen, haben sich in einem Fachausschuss unter dem Dach des Finanzmarktfachverbandes ACI Deutschland zusammengeschlossen, um künftig mit einer Stimme zu sprechen. Das erleichtert die Kommunikation mit den Emittenten.

FRANKFURT. Der VDP will mit den Kurs stellenden Banken Regeln vereinbaren, wie im Krisenfall eines Emittenten zu reagieren ist. Denkbar sei, die Preisstellung kurzzeitig auszusetzen, damit sich alle Beteiligten sondieren können, um danach den Handel geordnet wieder aufzunehmen, sagt Henning Rasche, Präsident des VDP und Vorstand der Eurohypo. Er will die Mindeststandards für Jumbo-Pfandbriefe entsprechend erweitern.

Erweiterte Regeln sind nötig, weil sich die Banken für die Jumbos der Allgemeine Hypothekenbank Rheinboden (AHBR) untereinander seit Oktober keine Kurse mehr stellen. Auslöser waren die Ängste vor einem Zusammenbruch des Instituts, nachdem die frühere Eigentümerin BHW die AHBR in eine separate Gesellschaft ausgegliedert hatte. Inzwischen gehört das Institut dem Finanzinvestor Lone Star.

Nach Angaben der Market Maker hat die Krise um die AHBR mit dem Zusammenschluss indes nur am Rande zu tun. „Wir wollen in allen Fragen des Marktes eng mit den Emittenten zusammenarbeiten und die Reputation des Pfandbriefs weiter stärken“, sagt ein Sprecher der Market Maker. Durch Pfandbriefe – mit Hypotheken oder Staatskredite gedeckte Anleihen – refinanzieren sich Hypotheken- und Landesbanken günstig. Bei Jumbos ist das Market Making ein konstituierendes Element. Es soll dafür sorgen, dass Investoren die Papiere jederzeit problemlos handeln können. Dafür stellen die Banken den Investoren, aber auch im Handel untereinander ständig An- und Verkaufskurse in engen Spannen.

Im „Fachausschuss Pfandbrief“ des ACI sind 16 Banken und damit die wichtigsten Market Maker vereinigt. Die Sprechergruppe setzt sich aus Repräsentanten von Barclays Capital, Commerzbank, DZ Bank und WestLB zusammen. Der Zusammenschluss ist laut VDP-Präsident Rasche „sehr wichtig, denn bislang fehlte ein zentraler Ansprechpartner“. Voraussetzung für eine engere Kommunikation sei, dass die Vertreter der Market Maker für die einzelnen Häuser und die Gruppe als Ganzes sprechen können. Dies sei gewährleistet, versichert ein Sprecher dem Handelsblatt. Konkrete Ziele wolten die Market Maker Ende des Monats vorstellen.

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