Pfandbriefe: Banken werden bescheidener

Pfandbriefe
Banken werden bescheidener

Seit zwei Wochen haben Anleger wieder eine größere Auswahl an neuen gedeckten Bankenanleihen. Darunter befinden sich auch deutsche Pfandbriefe, die zwar sicher sind, dem Anleger dafür aber auch nur wenig Rendite bringen.
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FRANKFURT. Mit dem Ende der Sommerpause haben viele europäische Banken sogenannte Covered Bonds begeben, deren Zins- und Tilgungszahlungen mit Hypotheken oder Staatskrediten gedeckt sind.

Als besonders sicher für Anleger gelten dabei die deutschen Pfandbriefe, deren Renditen aber entsprechend gering sind. Zehnjährige Pfandbriefe werfen im Schnitt nur 2,71 Prozent Rendite ab. "Pfandbriefe sind die Gewinner der Krise", sagt dazu Jan Bettink, Präsident des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp). Dabei profitierten Pfandbriefe vor allem von der Sicherheit des Pfandbriefgesetzes und der Transparenz.

Dennoch werden auch die deutschen Pfandbriefhäuser bescheidener und begeben weniger Jumbos - das sind Pfandbriefe ab einem Volumen von einer Mrd. Euro. "Für Jumbos müssen die Banken etwas mehr bezahlen, und es wird auch künftig nicht mehr so viele Jumbos geben wie vor der Krise", sagt Bettink.

Neue Standards für Jumbos

In der Krise hatten die Banken zudem die Handelsstandards für Jumbos aufgeweicht. Noch in diesem Jahr will der vdp neue Standards für die Groß-Pfandbriefe vorlegen. Dabei werden die Banken verpflichtet, nur noch Investoren allzeit An- und Verkaufspreise zu stellen. Vor der Krise galten diese Standards auch für den Interbankenhandel.

Außerdem wird es künftig keine festgelegten Handelsspannen für die An- und Verkaufskurse mehr geben, sondern nur eine nachträgliche Transparenz. Dabei sollen die Banken publik machen, zu welchen Kursen sie Jumbos ge- und verkauft haben. Dies solle den Investoren ein Gefühl dafür geben, ob sie im Handel faire Preise angeboten bekommen, meint Jens Tolckmitt, Hauptgeschäftsführer des vdp.

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin

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