Pfandbriefe
Neue Regeln für Jumbos

Knapp ein Jahr nach der Krise um die Allgemeine Hypothekenbank Rheinboden (AHBR) haben Teilnehmer des Pfandbrief-Marktes erweiterte Regeln für den Handel mit Jumbo-Pfandbriefen festgezurrt. Im Kern geht es darum, dass Banken das so genannte Market-Making nicht mehr sang- und klanglos einstellen können. Genau dies war bei der AHBR geschehen.

cü FRANKFURT. Die Banken stellten sich untereinander und auch den Kunden keine An- und Verkaufskurse mehr, nachdem Berichte aufkamen, dass die AHBR vor der Liquidation stehe. Dabei ist das Market-Making, das die Spannen für die Geld- und Briefkurse genau festlegt, ein wesentlicher Bestandteil der großvolumigen Jumbo-Pfandbriefe, die es in Deutschland seit über elf Jahren gibt. Pfandbriefe sind mit Hypotheken oder Krediten an die öffentliche Hand gedeckte Anleihen. In Deutschland standen Ende 2005 Pfandbriefe über 976 Mrd. Euro aus, etwa 36 Prozent davon waren Jumbos mit einem Mindestvolumen von einer Mrd. Euro.

Dank des Market-Makings gelten die Jumbos als sehr gut handelbar. Künftig muss ein Market-Maker unverzüglich mitteilen, wenn er den Handel einstellt. Möglich ist dies in außergewöhnlichen Situationen, wenn sich die wirtschaftliche Lage eines Emittenten verschlechtert oder die Ratings deutlich herabgestuft werden. In solchen Krisensituationen tritt außerdem das neue „Market Maker and Issuer Committee“ (MIC) zusammen, dem Emittenten und Market-Maker angehören. Es soll Wege finden, wie das Market-Making aufrecht erhalten werden kann. Möglich sind dabei zum Beispiel weitere Spannen zwischen An- und Verkaufskursen oder ein geringeres Volumen der Abschlüsse.

Wenn das Market-Making nicht mehr möglich ist, soll das Gremium Wege finden, den Handel schnell wieder aufzunehmen. „Wir sorgen mit den erweiterten Standards dafür, dass es eine geordnete Kommunikation gibt, und nicht nur Gerüchte wie bei der AHBR“, sagt Louis Hagen, Hauptgeschäftsführer des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (VDP), der die Erweiterung der Regeln angestoßen hat. Der Prozess habe lange gedauert, weil sich der Verband mit allen Emittenten im VDP und im Verband öffentlicher Banken, den Market-Makern im Finanzmarktausschuss ACI und dazu noch gesondert mit den Investmentbanken abgesprochen habe, sagt Henning Rasche, Präsident des VDP und Vorstand bei der Eurohypo.

Die Empfehlungen für den Umgang mit dem Market-Making in Krisensituationen sind Teil der seit zehn Jahren bestehenden Mindeststandards für Jumbo-Pfandbriefe. Diese werden jetzt außerdem durch die Empfehlung erweitert, dass die Market-Maker für Pfandbriefe gesonderte Kreditlinien vorhalten. Damit soll der besonderen Sicherheit der Pfandbriefe Rechnung getragen werden. Bei der AHBR hatten einige Market-Maker den Handel mit der Begründung eingestellt, dass sie deren Kreditlinien gestrichen hätten.

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