Pfandbriefe
US-Bank wirbt um Anleger

Die Bank of America plant Pfandbriefe nach deutschem Vorbild. Mit den Covered Bonds will die Bank ihre Investorenbasis verbreitern und sich günstiger als über ungedeckte Anleihen refinanzieren. In dieser und in der nächsten Woche werben die Amerikaner in Europa um Investoren.

cü FRANKFURT. Die Bank of America (BoA) will als zweiter US-Emittent regelmäßig den Markt für Pfandbriefe beziehungsweise Covered Bonds anzapfen. „Wir haben ein Programm über 20 Mrd. Euro aufgelegt und werden in diesem Jahr voraussichtlich mehrere Covered Bonds begeben“, sagte Tom Houghton von der Refinanzierungsabteilung der BoA dem Handelsblatt. Dabei seien Emissionen in Euro, Dollar oder auch britischen Pfund möglich.

Der erste Pfandbrief der nach Marktkapitalisierung zweitgrößten US-Bank wird Ende des Monats erwartet und auf Euro lauten. Konsortialführer sind neben der Bank of America die Deutsche Bank und ABN Amro. „In Euro gibt es den liquidesten Markt für Covered Bonds, deshalb ist es nur natürlich, dass wir zunächst in Euro emittieren“, sagte Nicholas Cribb vom Bereich Kapitalmärkte der BoA. Aktuell gibt es liquide Jumbo-Covered-Bonds nach dem Vorbild des deutschen Pfandbriefs über rund 760 Mrd. Euro von vielen europäischen Emittenten.

Mit den Covered Bonds will die Bank of America ihre Investorenbasis verbreitern und sich günstiger als über ungedeckte Anleihen refinanzieren. In dieser und in der nächsten Woche werben die Amerikaner in Europa um Investoren. Volumen und Laufzeit hängen von denWünschen der Großanleger ab. Als sehr wahrscheinlich gilt aber, dass der Bond größer als eine Mrd. Euro wird, und als Laufzeit sind fünf Jahre im Gespräch. Vergangenen September hatte die US-Sparkassengruppe Washington Mutual als erster Emittent aus Nordamerika einen Covered Bond begeben. Das vierfach überzeichnete Papier hatte ein Volumen von vier Mrd. Euro und teilte sich in Laufzeiten von fünf und zehn Jahren auf.

Bei der Struktur wird sich die Bank of America am Vorbild Washington Mutuals orientieren. Dabei werden zunächst variabel verzinste so genannte Mortgage Bonds begeben, die nach Verbriefungen und Swap-Geschäften als Deckung für die Covered Bonds dienen und bei einer möglichen Insolvenz des Emittenten nicht angetastet werden. Zudem wird der anstehende Bond eine Überdeckung von 7,5 Prozent bieten.

Die sprunghaft gestiegenen Ausfälle von Wohnungsbaudarlehen an Kreditnehmer schwacher Bonität (Subprime Mortgages) dürften die Emission der BoA nicht belasten. „Insgesamt machen Subprime Mortgages weniger als ein Prozent unserer Hypotheken aus, und in den Deckungsstöcken der Covered Bonds sind sie nicht enthalten“, betonte Houghton.

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