Pflichtwandelanleihen: Banken wittern ein neues Milliardengeschäft

Pflichtwandelanleihen
Banken wittern ein neues Milliardengeschäft

Wegen der härteren Regulierung brauchen die Institute Milliarden an Eigenkapital. Helfen könnte dabei ein neues Instrument – die Pflichtwandelanleihe. Mit den sogenannten Coco-Bonds könnten auch Anleihegläubiger zukünftig in die Pflicht genommen werden.
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WASHINGTON. Banken rund um den Globus setzen große Hoffnungen auf Pflichtwandelanleihen. Das neue Finanzinstrument soll helfen, die verschärften Anforderungen der Finanzaufsichten an das Eigenkapital zu erfüllen. Die im Fachjargon als Coco-Bonds bezeichneten Anleihen werden beim Unterschreiten einer bestimmten Eigenkapitalausstattung automatisch in Aktien der ausgebenden Bank umgewandelt.

Dadurch entsteht ein neuer Kapitalpuffer - das Institut wird wetterfester gegen Verluste. "Im gesamten Europa könnte das Volumen des Marktes für Pflichtwandelanleihen auf bis zu 300 bis 350 Mrd. Euro anwachsen", schätzt Dirk Notheis, Deutschlandchef der Investmentbank Morgan Stanley, am Rande der Herbsttagung der Weltbank in Washington.

Mit den im Englischen als Contingent Convertibles bezeichneten Papieren würden Anleihegläubiger künftig bei der Rettung von angeschlagenen Banken erstmals automatisch in die Pflicht genommen und müssten Verluste mittragen. Alexander Dibelius, Deutschland-Chef von Goldman Sachs, hält Coco-Bonds für sinnvoll. Sie könnten für Marktdisziplin sorgen, "indem sie die Banken zwingen, ein über das für die Wandlung vorgesehenes Niveau hinausgehendes Mindestkapitalpolster vorzuhalten, um diese Wertpapiere überhaupt emittieren zu können".

Auch bei den Anlegern sei wegen möglicher Verluste sorgfältigere Prüfung erforderlich. Selbst die Altaktionäre dürften risikoscheuer werden: Weil sie Angst vor einer Verwässerung ihrer Anteile bei Wandlung eines Coco-Bonds hätten, drängten sie eher auf ein umsichtigeres Management.

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  • Schön blöd, wer die Dinger kauft. Sie vereinen in sich die Nachteile von Aktie und Anleihe: begrenzte Rendite, aber volles Risiko. Aber kein Wunder, dass GS die Dinger gut findet. Es ist ja nicht so, dass man an der Emission nichts verdienen würde.

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