Pimco
Wieso die Allianz-Tochter Milliarden in Griechenland investiert

Deutschlands größter Versicherer Allianz steckt mehr Geld in riskante griechische Staatsanleihen – gerade jetzt, da der Krisenstaat immer näher an die Pleite rückt. Schuld ist die Fondstochter Pimco. Was dahintersteckt.
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DüsseldorfDas ungelöste Schuldenproblem Griechenlands macht Anleger auf der ganzen Weg immer nervöser. Die Zeit wird knapp. Ob in Frankfurt, New York oder Tokio – die wichtigsten Indizes haben in den vergangenen Tagen stark nachgegeben. Umgekehrt wächst die Nachfrage nach etwa deutschen Staatsanleihen als „sicherer Hafen“.

Da kommt die Nachricht doch überraschend, dass gerade Deutschlands größter Versicherer Allianz – entgegen dem Trend – sein Engagement in riskanten Griechenbonds ausgeweitet hat – von einer auf 1,2 Milliarden Euro, wie der Nachrichtendienst Bloomberg berichtet. Über die Tochtergesellschaft Pimco hält die Allianz damit das größte Volumen an Hellas-Bonds hinter der Europäischen Zentralbank.

Wie lässt sich das Rätsel lösen? Pimco, als weltweit zweitgrößter Anleihemanager, verwaltet teilweise Vermögen der Allianz Versicherung, jedoch in erster Linie Kundengelder. Die Allianz ist demnach nur mit zwei Millionen Euro direkt in Griechenland investiert. Der große Rest der Anlagesumme fließt dagegen im Auftrag von institutionellen Investoren nach Griechenland.

Klar ist: In den vergangenen Monaten haben sich viele Anlegergruppen aus Griechenland zurückgezogen. Wie eine Recherche des Handelsblatts ergab, sind etwa drei der größten deutschen Fondsgesellschaften, die genossenschaftliche Union Investment, die Deutsche-Bank-Tochter Deutsche AWM und die Sparkassenfondstochter Deka, nicht mehr in griechischen Bonds investiert. In ihren Augen überwiegen die Risiken, dass die Papiere am Ende ausfallen, die Renditechancen.

Anders sieht es bei Hedgefonds aus. Deren Job ist es, zu spekulieren. Für diejenigen, die auf einen Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone setzen, ist ein Engagement in griechischen Staatsanleihen daher quasi Pflicht. Auch mancher Beteiligungsfonds sieht weiter Chancen in griechischen Anleger. Derzeit sind etwa die Hedgefonds Adelante und Greylock Capital Management sowie der Beteiligungsfonds Japonica in griechischen Anleihen investiert.

Die Anlagevolumina dieser Gesellschaften bewegen sich freilich in kleineren Dimensionen. Auf die EZB und die Allianz folgen, was das investierte Volumen angeht, die in Boston ansässige Anlagegesellschaft Putnam Investments mit knapp 470 Millionen Euro investiertem Kapital und der französische Asset Manager Carmignac mit rund 425 Millionen Euro.

Sara Zinnecker
Sara Zinnecker
Handelsblatt online / Redakteurin
Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Pimco: Wieso die Allianz-Tochter Milliarden in Griechenland investiert"

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  • Der Beitrag erinnert sehr stark an Peer Steinbrück, die SPD und die Gewerkschaften. Auf die Spekulanten schimpfen und dann mit den Heuschrecken "die" Geschäfte machen.

    Für mich geht der Wahrheitsgehalt dieser Story gegen Null.

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