Pleite von German Pellets: Pellet-Produktion läuft wieder

Pleite von German Pellets
Staatsanwalt ermittelt nun gegen Wirtschaftsprüfer

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Pellet-Produktion läuft wieder

Vor einer Woche war bekannt geworden, dass der Brennstoff-Hersteller eine von zwei Produktionslinien für Holzpellets in Wismar wieder gestartet hat. Das hat offenbar die Insolvenzverwalterin Bettina Schmudde veranlasst. Das Ziel soll sein, potenziellen Investoren ein funktionierendes Werk zeigen zu können.

Ein Sprecher der Insolvenzverwalterin wollte sich gegenüber der dpa nicht dazu äußern, ob der Betrieb profitabel sei und möglicherweise verkauft werden könnte. Die Insolvenzverwaltung führe aber intensive Gespräche mit potenziellen Investoren zur Übernahme der Gruppe.

„Wir unternehmen alles, damit German Pellets unter neuer Verantwortung eine Zukunftsperspektive erhält“, sagte Schmudde. In den vergangenen Wochen hatten die rund 150 in der Produktion beschäftigten Mitarbeiter lediglich Tierstreu für Pferde hergestellt. Jüngsten Angaben zufolge hat German Pellets in Wismar 281 Beschäftigte. Etwa 130 von ihnen arbeiten in der Verwaltung, die anderen in der Holzverarbeitung. Die Mitarbeiter erhalten noch bis Ende März Insolvenzgeld von der Arbeitsagentur.

Auch aus Wien gab es Neuigkeiten: Dort arbeitet der auf Stiftungen spezialisiert Steuerberater Wolfgang Zronek. Er taucht in mehr als 50 Stiftungen als Vorstand auf. Mit zweien davon will er jetzt nichts mehr zu tun haben. Die Pele Privatstiftung und die Efkrin Privatstiftung spielen eine wichtige Rolle im Krimi um den insolventen Holzverarbeiter German Pellets.

Über die Pele Stiftung sollen 164 Millionen Euro an zwei Werke in den USA geflossen sein. An das Geld kommt Insolvenzverwalterin Schmudde derzeit nicht heran. Die Efkrin Stiftung wurde indirekt Eignerin eines Kraftwerks, das German-Pellets- Gründer Peter Leibold im Januar erwarb und nach Österreich weiterreichte. Für beide Vorgänge dürfte sich auch die Rostocker Staatsanwaltschaft interessieren.

Wolfgang Zronek gefällt das gar nicht. „Ich will meinen Namen nicht in der Zeitung lesen“, bestätigte der Steuerberater dem Handelsblatt. Der „Wiener Zeitung“ hatte er zuvor gesagt, er habe „alle Mandate, die in Zusammenhang mit Peter Leibold stehen, niedergelegt“. Ähnlich zitierte das Blatt einen zweiten Helfer, dessen Büro ebenfalls in enger Verbindung mit Leibold stand. Leibolds Strafverteidiger machte auf Anfrage des Handelsblatts keine Angaben. Er habe noch keine Akteneinsicht gehabt.

Handelsblatt-Finanzkorrespondentin Katharina Schneider.
Katharina Schneider
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin

Kommentare zu " Pleite von German Pellets: Staatsanwalt ermittelt nun gegen Wirtschaftsprüfer"

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  • Schade das die Staatsanwaltschaft bei der Wirtschaftskriminalität die Schuldigen wie kleine Schokoladendiebe behandelt. Beispiel Solarhybrid. Das ganze Geschäftsmodell war von vorneherein sehr windig. Der Geschäftsführer verkaufte seine Aktien wenige Stunden vor der Meldung das das Geschäftsmodell nicht tragfähig sei. 2 Wochen nach dem Verkauf gab er eine riesige Party mit seinen Kumpels, auf der er lauthals verkündete er habe das Geschäft seines Lebens gemacht. http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-brilon-marsberg-und-olsberg/solarhybrid-aus-brilon-verdacht-auf-aktien-insiderhandel-id11419186.html Aber auch bei German Pellets würde man in den USA den Werbetrommlern von NTV den Prozess eröffnen. "Zuverlässiger Schuldner seit x Jahren. Sichere Rendite von 9? %" In meinen Augen trifft Firmen die derartiges Verbreiten eine Mitschuld. So wie Waffen unter Verschluss gehören, gehören auch derartige Finanzprodukte unter Verschluss. Nur für Profis erreichbar.

  • Holz verbrennen ist in einem überbevölkertem Land völlig idiotisch, es stinkt landauf landab nach Rauch von diesem Zeug. Der Staatsanwalt sollte mal zu den politischen Entscheidungsträger gehen.

  • es ist normal, dass Illusionen kommunikativ begabte Mitmenschen anziehen die solche in persönlichen Wohlstand verwandeln. Viele die an solch abwegige Visionen wie "Klimawandel", "Erneuerbare Energien" zu begeistern sind lassen sich auch andere Visionen verkaufen. Zahlreiche der einstigen Verkäufer des Grauen Marktes sind in die "Erneuerbaren Energien"* gewechselt.

    *Erneuerbare Energien gibt es gem. den Naturwissenschaften, 1 HS der Thermodynamik natürlich nicht. Die Initiatoren haben den Begriff gewählt um deutlich zu machen dass man sich von den Limitationen der Technik und Ökonomie gelöst hat. Wertlose und umweltschädliche Windmühlen und Solaranlagen werden als "Erneuerbare Energien" beziechnet.

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