Pleite von German Pellets: Staatsanwalt ermittelt nun gegen Wirtschaftsprüfer

Pleite von German Pellets
Staatsanwalt ermittelt nun gegen Wirtschaftsprüfer

Im Wirtschaftskrimi um den insolventen Brennstoffhersteller German Pellets aus Wismar rückt ein Wirtschaftsprüfer in den Fokus. Die Staatsanwaltschaft geht einem neuen Verdacht nach: Steuerhinterziehung.

Düsseldorf/FrankfurtEr prüfte die Jahresabschlüsse des Konzerns. Er half als Vorstand einer Stiftung im Geflecht des Firmengründers. Und er verwaltete dessen Privatflugzeug. Der Fuldaer Wirtschaftsprüfer Hans-Dieter Alt spielt eine seltsame Rolle im Wirtschaftskrimi um die Pleite des Wismarer Holzverarbeiters German Pellets, bei dem mindestens 17.000 Anleger um mehr als 270 Millionen Euro bangen.

Nun interessiert sich die Staatsanwaltschaft Rostock für die Geschäfte des Mannes, der seit Juli 2015 das Bundesverdienstkreuz trägt und für die CDU im Fuldaer Stadtrat sitzt. Wie ein Sprecher der Behörde dem Handelsblatt bestätigte, ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Wirtschaftsprüfer von German Pellets wegen des Verdachts der Beihilfe zur Steuerhinterziehung.


Steuerhinterziehung: Dieser Aspekt ist neu. Wie das Handelsblatt erfuhr, soll German Pellets-Chef Peter Leibold mit zwei verbundenen Gesellschaften in Italien und Dänemark durch interne Abrechnungen Erträge von rund zwölf Millionen Euro generiert haben. Darauf hätten eigentlich Umsatz- und Kapitalertragssteuern abgeführt werden müssen, heißt es. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft kommentierte die Informationen nicht.
Die Ermittler waren bislang neben einer möglichen Unterschlagung von 27 Millionen Euro zu Lasten eines Finanziers auch dem Verdacht der Insolvenzverschleppung, der Untreue und des Bankrotts nachgegangen. Nun haben die Strafverfolger ihre Ermittlungen ausgeweitet. Peter Leibold ist für die Öffentlichkeit seit Wochen nicht zu erreichen. Seine Sprecherin sagte, ihr sei zu den Ermittlungen nichts bekannt.

Hans-Dieter Alt war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Bei einer früheren Anfrage hatte er erklärt: „Ich habe der Staatsanwaltschaft gegenüber zugesagt, diese bei der Aufklärung der Sachverhalte zu unterstützen. Damit einher geht nach dem Verständnis der Staatsanwaltschaft wie auch meines Anwalts, dass ich zuerst und zunächst ausschließlich Fragen der Staatsanwaltschaft wo immer möglich beantworten werde und diesem Ablauf nicht durch öffentliche Stellungnahmen medial vorgreifen soll und werde.“

Die Aussage von Alt hatte bei den Ermittlern für Verwunderung gesorgt. Eine solche Absprache zwischen Staatsanwaltschaft und Herrn Alt habe es nie gegeben, sagte ein Sprecher der Behörde.

Seite 1:

Staatsanwalt ermittelt nun gegen Wirtschaftsprüfer

Seite 2:

Pellet-Produktion läuft wieder

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%