Positive Entwicklung
Das Geschäft mit Junkbonds blüht

In Deutschland hat sich das Emissionsvolumen von hochverzinslichen Unternehmensanleihen verfünffacht. Immer mehr Unternehmen mit vergleichsweiser schlechter Bonitätsbewertung nutzen den Anleihemarkt, um sich zu refinanzieren.

HB FRANKFURT/M. Damit wächst innerhalb des aus Sicht der Investmentbanken insgesamt enttäuschenden Markts für neue Unternehmensanleihen zumindest ein Segment deutlich. In diesem Jahr haben nach Angaben des Informationsdienstes Thomson Financial europäische Unternehmen mit einem schwächeren Rating, das in die Spekulationsklasse fällt, Anleihen über fast elf Mrd. Euro begeben. Damit hat sich das Volumen verdoppelt. Die Emissionen von auf Euro lautenden Unternehmensanleihen mit einem besseren Rating im Investment-Grade brachen dagegen um 45 Prozent auf einen Wert von gut 60 Mrd. Euro ein.

Bei den hochverzinslichen Unternehmensanleihen entwickelt sich der deutsche Markt besonders positiv: Hier stieg das Volumen um mehr als das fünffache auf knapp drei Mrd. Euro. Zu den größten deutschen Emittenten von hochverzinslichen Bonds gehörten der Kabelbetreiber Kabel Deutschland, der Werkzeughersteller Gildemeister, der Waffenhersteller Heckler & Koch, der Automobilzulieferer Schefenacker und der Lackieranlagenbauer Dürr. In Europa gab es große Emissionen von Seat Pagine – dem Anbieter der italienischen Gelben Seiten – und dem britischen Kabelnetzbetreiber NTL.

„Viele Unternehmen und Investoren sehen, dass der Markt für hochverzinsliche Unternehmensanleihen ein ganz normaler Kapitalmarkt ist“, sagt Arnulf Schneider, Direktor im Bereich Anleiheprodukte bei der Deutschen Bank in London. Das etwas anrüchige Image der Junkbonds (Ramschanleihen) hätten die Emissionen mittlerweile verloren.

Dabei wird der Emissionsboom aber auch von den Banken selbst geschürt. „Teils drängen die Banken die Unternehmen dazu, auch den Kapitalmarkt zu nutzen“, gibt Paul Simpkin, Managing Director im Syndikat für hochverzinsliche Unternehmensanleihen der Citigroup in London, zu. „Die Banken sind bei der Kreditvergabe restriktiver geworden und geben die Risiken an den Kapitalmarkt weiter.“ Gerade in Deutschland waren Refinanzierungen über die Banken für die Unternehmen ein „Evergreen“ sagt auch Deutschbanker Schneider. Dabei bekämen die Unternehmen auch weiterhin Kredit von den Banken. Es sei jedoch für die Gesellschaften sinnvoll, ihre Refinanzierung auf eine breitere Basis zu stellen. Simpkin betont ebenfalls, dass die Firmen zum Teil von selbst auf die Idee kämen, den Kapitalmarkt zu nutzen.

Seite 1:

Das Geschäft mit Junkbonds blüht

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%