Premiere
KfW gibt China-Anleihe aus

Premiere auf dem Anleihemarkt: Die Förderbank KfW hat als erstes deutsches Geldinstitut einen sogenannten Dim-Sum-Bond begeben. Nach eigenen Angaben sammelte die Staatsbank in China etwa 122 Millionen Euro ein.
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FrankfurtDie Förderbank KfW hat als erstes deutsches Geldhaus eine Anleihe in chinesischer Währung begeben. Die Staatsbank habe mit dem sogenannten Dim-Sum-Bond über eine Milliarde Yuan (122 Millionen Euro) eingesammelt, teilte die KfW am Mittwoch mit. „Diese Emission ist ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Refinanzierung der KfW und erschließt uns einen zukunftsträchtigen Markt“, sagte Kapitalmarkt-Vorstand Günther Bräunig. Die Staatsbank sammelt pro Jahr rund 80 Milliarden Euro an den internationalen Kapitalmärkten ein will durch die China-Anleihe ihre Refinanzierungsbasis verbreitern.

Experten gehen davon aus, dass das neue Marktsegment, das erst vor anderthalb Jahren mit Zustimmung der Führung in Peking eingeführt wurde, in den nächsten Jahren weiter stark wachsen wird. Westliche Unternehmen können sich durch die Ausgabe von Dim-Sum-Bonds Mittel besorgen, um ohne Wechselkursrisiken in China zu investieren und neue Investoren zu finden. Bisher haben in Deutschland nur Industrieunternehmen wie für Bosch Siemens Hausgeräte oder Lanxess Gebrauch von diesem Instrument gemacht.

Die KfW rechnet mit einer weitern Öffnung des Marktes und einem zunehmenden Interesse von Investoren an Anleihen in der chinesischen Währung Renminbi, deren Haupteinheit der Yuan ist. Die Staatsbank hatte bereits in den 80er Jahren damit begonnen, ihr Angebot an Anleihen in Fremdwährungen aufzubauen und dies in der Folgezeit erweitert. Mittlerweile bietet sie Investoren Anleihen in mehr als 20 Währungen an.

Seine erste China-Anleihe platzierte die KfW nun in Hongkong, dem größten Marktplatz für Dim-Sum-Bonds. Die Anleihe hat eine Laufzeit von zwei Jahren und wird mit zwei Prozent verzinst. Betreut wurde die Emission von der britischen Großbank HSBC, die zu den führenden Instituten im Dim-Sum-Handel zählt. Die KfW nutzt die Einnahmen, um Währungsrisiken abzusichern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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