Privatanleger können verbriefte Wertpapiere nur über Fonds kaufen
Rendite macht Spezial-Bonds für Finanzprofis attraktiv

Mit Forderungen besicherte Anleihen – so genannte Asset Backed Securities (ABS) – sind aus dem Alltag professioneller Investoren nicht mehr wegzudenken. In diesem Jahr kamen nach Berechnungen der britischen Großbank HSBC in Europa bereits ABS über rund 190 Mrd. Euro auf den Markt und damit mehr als Anleihen von Industrieunternehmen. In den vergangenen drei Jahren ist der Markt um knapp 60 Prozent gewachsen.

FRANKFURT/M. Bei ABS gliedern Unternehmen – zum größten Teil Banken – Forderungen aus ihrer Bilanz aus und bringen sie als besicherte Wertpapiere an den Markt (s. „Asset Backed Securities“). Den größten Marktanteil haben mit privaten Hypothekendarlehen besicherte Bonds. In jüngster Zeit werden daneben zunehmen gewerbliche Hypothekendarlehen – wie zum Beispiel für den Bau des Einkaufszentrums Centro in Oberhausen – verbrieft.

Die ABS werden so strukturiert, dass die größten Tranchen von den Ratingagenturen die Höchstnote „AAA“ bekommen. „Sie bieten dennoch Renditeaufschläge von 0,30 bis 0,40 Prozentpunkten gegenüber Anleihen von staatsnahen Institutionen oder Pfandbriefen mit „AAA“-Ratings“, sagt Markus Herrmann, der bei HSBC das ABS-Research leitet.

„Die Rendite-Pick-Ups und die gute Entwicklung machen ABS bei Investoren so beliebt“, sagt Jens Schendzielorz, der bei der Citigroup institutionelle Anleger beim Kauf von ABS berät. Dazu kommt, dass die besicherten Anleihen meist variabel verzinst sind. Ihre Kursentwicklung ist damit stabiler als die von Anleihen mit festem Kupon, weil die Verzinsung regelmäßig an die Geldmarktsätze angepasst wird.

Die Risikoaufschläge sind durch die große Nachfrage in den vergangenen Jahren stetig gesunken. Derzeit bieten zum Beispiel mit „AAA“ eingestufte Bonds, die mit gewerblichen Hypotheken-Darlehen besichert sind, nur noch 0,2 Prozentpunkte mehr Rendite als die entsprechenden Swap-Sätze. Sie bilden im Prinzip den langfristigen Geldmarktzins unter Banken ab. Vor zwei Jahren lagen die Aufschläge noch bei 0,55 Prozentpunkten.

Experten gehen davon aus, dass die Risiko-Aufschläge stabil bleiben werden. „Die Aufschläge sind zwar niedrig, aber verglichen mit anderen Anleihen wie zum Beispiel Unternehmensbonds ist der Markt nicht teuer“, sagt Schendzielorz. „Sobald die Spreads etwas steigen, ziehen sie neue Investoren an. Deshalb wird es nicht zu deutlichen Spread-Ausweitungen kommen“, meint auch Herrmann.

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