Pro und Contra
Bundesanleihen für die Altersvorsorge?

Bundesanleihen bleiben in der Altersvorsorge das Maß aller Dinge, sagt Jörg Schubert vom Anleihemanager Bantleon. Johannes Führ, Verwaltungsrat der Johannes Führ-AG warnt: Anleihen eignen sich nur als Beimischung.
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Pro: Bundesanleihen bleiben das Maß aller Dinge

Wichtig für die Altersvorsorge sind drei Kriterien: absoluter und realer Kapitalerhalt sowie die zuverlässige Vermehrung des gesparten Kapitals. Und zwar in dieser Reihenfolge. Zuerst kommt die Sicherheit, schließlich hat niemand eine zweite Chance zum Älterwerden. Genau hier bleiben deutsche Bundesanleihen das Maß aller Dinge. Trotz niedriger Renditen zählen sie neben Immobilien zu den sichersten Anlageformen, denn unabhängig von allen Staatsschuldendiskussionen wird Deutschland auch in Zukunft wohl einer der besseren Schuldner bleiben.

Genau darunter leidet aber derzeit der reale Kapitalerhalt. Weil sie nach wie vor als „sicherer Hafen“ gelten, ist in den vergangenen Monaten viel Geld in Bundesanleihen geflossen und hat so die Renditen unter die Inflationsrate gedrückt. Wer also heute wesentliche Teile seiner Altersvorsorge in dieses Segment investieren will, sollte die Fälligkeiten zum Beispiel über die kommenden fünf Jahre verteilen. Damit wird jedes Jahr ein Fünftel des Depots fällig und steht für Neuanlagen zur Verfügung. Sollten sich die Krisen dieser Welt zwischenzeitlich entspannen und/oder die Inflation weiter steigen, kann dieses Geld kontinuierlich zu dann hoffentlich höheren Renditen wieder in Bundesanleihen investiert werden.

Womit auch das dritte Kriterium erfüllt wäre: die zuverlässige Vermehrung des gesparten Kapitals. Wem dieser systematische Weg zu lang oder einseitig erscheint, dem geben die derzeitigen Schwankungen am Anleihenmarkt die Gelegenheit, durch aktives Laufzeitmanagement zusätzliche Kursgewinne zu realisieren.

Oder er nutzt die Bundesanleihe als solide Basis für ergänzende Investments in anderen Anlagesegmenten, denn seit der Hochphase der Globalisierung Anfang des neuen Jahrtausends teilt sich das breite Universum der Kapitalanlagen zunehmend in zwei Gruppen auf: Auf der einen Seite finden sich die Risikoanlagen, die sich im Gleichschritt mit der Konjunktur bewegen. Dem stehen auf der anderen Seite als negativ korrelierte Anlagen vor allem hochqualitative Anleihen gegenüber.

Selbst in den kritischsten Finanzmarktphasen haben erstklassige Staatsanleihen ihre stabilisierende Funktion bisher immer erfüllt. Ein wetterfestes Portfolio sollte deshalb einen Schwerpunkt in hochliquiden Anleihen unbedenklicher Schuldner setzen. Gleichzeitig sind aber auch gerade die Staatsanleihen der Euro-Zone ein Beleg für die extreme Veränderungsdynamik bei der Sicherheit von Anlageklassen und Schuldnern. Wie bei jeder Kapitalanlage empfiehlt sich daher auch hier die kritische Überwachung. In jedem Fall führt für risikoaverse Anleger derzeit kaum ein Weg an Bundesanleihen vorbei.

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  • Immer reden die Leute von Inflation. Das wurde ihnen so eingefleischt wie das Sparbuch der örtlichen Sparkasse und dass sie nur da Kunde sein dürfen. Wir werden eher eine DEFLATION erleben, die - alles - vernichtet. Drum: Ausgeben. Ausgeben. Ausgeben.

  • Völlig richtig! Staatsanleihen - und zwar vor allem die hochgehypten deutschen Bundesanleihen - sind garantierte Geldvernichter. Leider sind auch viele Aktien problematisch, da sie durch die Politik gefährdet werden. Also Finger weg von Aktien, die von populistischen Politikern ruiniert werden können (Pharma, Versorger, Banken, Versicherungen). Eine Mischung aus Aktien aus Ländern mit vernünftiger Politik und Firmenanleihen sowie evtl. Aktien von Unternehmen, die ohne viel Konkurrenz Nischenprodukte herstellen oder weltweit mit weniger als 30% ihres Umsatzes in Europa (was fast alle DAX-Firmen ausschliesst) aufgestellt sind, geht noch am besten.

  • Ich hoffe Ihre Frau / Freundin unterstützt Sie. Ihre Depression scheint schon chronisch zu sein.
    Gute Besserung !

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