Prognosen
Notenbanken machen Anleger zu „Versuchskaninchen“

Die Währungshüter in den USA, England und Europa schaffen mit ihren Ausblicken bei den Investoren bestimmte Erwartungen. Gleichzeitig laufen dei Notenbanken damit Gefahr, ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren.
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Seit 2003 gibt die US-Notenbank Federal Reserve den Märkten mit Ausblicken Anhaltspunkte zur Orientierung an die Hand. Damals teilte die Fed mit, die Geldpolitik könne für „eine erhebliche Zeitspanne” locker bleiben, nachdem die Fed zuvor die Leitzinsen auf das damalige Rekordtief von einem Prozent gesenkt hatte.

In der Finanzkrise und danach entwickelte die Fed den Ansatz weiter. Es ging ihr darum, außerhalb der Senkung der Leitzinsen auf nahe Null Mittel und Wege zu finden, die Konjunktur zu beleben.

Die Anleihenotierungen haben in den vergangenen drei Monaten deutliche Kursausschläge verzeichnet. Die Rendite zehnjähriger Treasuries etwa bewegte sich in einer Spanne von 1,63 bis 2,74 Prozent. Damit handelt es sich um den schnellsten Renditeanstieg seit 2010. Gleichzeitig tut sich Bernanke schwer damit, den Märkten klar zu kommunizieren, wann seine Notenbank ihr Anleihekaufprogramm reduzieren und letztlich einstellen werde.

„Wenn das eine Wissenschaft ist, dann sind wir die Versuchskaninchen im Labor”, sagte Vincent Reinhart, leitender Volkswirt bei Morgan Stanley in New York, der von 2001 bis 2007 bei der Fed als Chefstratege für die Geldpolitik arbeitete.

Die Eurozone und Großbritannien setzen derweil auf die von der Fed verfolgte Strategie einer Lenkung der Markterwartungen. Damit wollen sie die enge Koppelung ihrer Anleihemärkte an denjenigen der USA lockern, vermutet Nathan Sheets, Leiter internationale Volkswirtschaft bei der Citigroup. „Die US- Wirtschaft ist der Volkswirtschaft in Großbritannien und in der Eurozone sowohl im Konjunkturzyklus als auch von der Stärke der Erholung her weit voraus”, sagte Sheets, der zuvor Direktor für internationale Finanzangelegenheiten bei der Fed war. „Etwas höhere Renditen in den USA sind angemessen, aber es ist schwer zu sagen, ob höhere Zinsen für Großbritannien und die Eurozone angemessen wären.”

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„Notenbanken haben keine Ahnung, was in der Zukunft passieren wird.“

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