Ramsch-Niveau
Spanien-Bonds droht Ausverkauf

Spanien droht ein Ausverkauf seiner Anleihen. Investoren fürchten, dass die Bonitätsnote des Landes schon bald Ramsch-Niveau haben könnte. Die Ratingagenturen meinen es jedenfalls nicht gut mit den Südeuropäern.
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MadridStandard & Poor's (S&P) hatte das Rating am späten Mittwoch weiter gesenkt, es liegt damit nur noch eine Stufe über „Ramsch“-Niveau. Zweijährige spanische Papiere verzeichneten am Donnerstag bereits den vierten Tag in Folge Kursverluste - dass ist die längste Abwärtsbewegung in sechs Wochen.

Die neue S&P-Note „BBB-“ ist die niedrigste Stufe der Güteklasse „Investment-Grade“. Zuvor war Spanien noch mit „BBB+“ eingeschätzt worden. Der Ausblick für das Rating ist negativ, was weitere Herabstufungen in nächster Zeit etwas wahrscheinlicher macht.

Zur Begründung für die Herabstufung nannte S&P wachsende wirtschaftliche und politische Risiken. Vor kurzem hatte das Land sein fünftes Sparpaket in weniger als einem Jahr bekannt gegeben. Die Bedenken zur Bonität Spaniens waren gestiegen, nachdem die Regierung von der Europäischen Union bis zu 100 Mrd. Euro für die Unterstützung des Bankensektors angefragt hatte. Zudem gibt es Sorgen, dass Spanien seine Defizitziele nicht erreicht.

Eine potenzielle Senkung des Ratings auf „Ramsch“-Niveau könnte deshalb einen Ausverkauf auslösen, weil viele Investoren Bond-Indizes zu Rate ziehen, wenn sie über ihr Engagement in Festverzinslichen entscheiden.

Fondsmanager beispielsweise nutzen Indizes als Richtlinie bei der Anlageallokation, also der Frage, welcher Prozentanteil ihres Geldes in bestimmten Arten von Wertpapieren investiert werden sollte. Bei einigen Fonds gibt es Vorgaben, die einen Verkauf von Staatsanleihen zwingend erforderlich machen, wenn das entsprechende Land aus einem Index herausfällt oder keine Bonitätsnote aus dem Bereich „Investment-Grade“ mehr hat.

Die Ratingagentur Moody's Investors Service hat Spanien derzeit mit „Baa3“ eingestuft - auch dies ist die niedrigste Stufe aus dem Qualitätsbereich „Investment-Grade“. Moody's überprüft allerdings nach eigenen Angaben das Rating im Hinblick auf eine weitere Herabstufung.

Fitch Ratings, die dritte führende Ratingagentur, sieht Spanien bei „BBB“. In diesem Fall handelt es sich um eine Note, die zwei Stufen über „Ramsch“ liegt.

„Investoren müssen nun damit rechnen, dass das durchschnittliche Rating von Spanien in den kommenden Monaten unter die Stufe Investment-Grade rutscht”, sagt Ciaran O'Hagan von der Großbank Société Générale SA in Paris. “Selbst die Aussicht darauf, dass die beiden wichtigsten Ratingagenturen Spanien unterhalb von Investment-Grade einstufen, wird zu einem breiten Ausverkauf über die nächsten Monate führen.“

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  • Sie haben es richtig verstanden, der ESM ist genau zu dem Zweck eingerichtet, mit unseren Steuergeldern südeuropäische Pleitebanken und Pleitestaaten zu retten.
    Und das wird unvorstellbar teuer.
    Und die deutschen Abnicker in der Volkskammer haben zu 80% zugestimmt.
    Nicht zufällig haben sich 37000 Bürger an der Verfassungsklage gegen den ESM beteiligt.
    Falls noch nicht geschehen, sollten Sie sich bei stop-esm.org eintragen. Sie sind dann in guter Gesellschaft mit ca. 44700 anderen Bürgern, welche diesem Wahnsinn nicht mehr tatenlos zusehen wollen.

  • Seit über 10 Jahren, seit EURO-Start sehen diese "Ärzte" zuerst tatenlos und dann hektisch zu wie der EURO-"Patient" von Anfang an dahinsiecht und nur immer wieder gesund-geredet wird.

    Jetzt soll noch irgend jemand glauben dass diese Kurpfuscher den todkranken Patienten heilen können und werden, einen Patienten der mutwillig von genau diesen Ärzten infiziert wurde?

    Man mache es wie im Altertum: Stirbt der Patient, stirbt auch der Arzt.

  • “Selbst die Aussicht darauf, dass die beiden wichtigsten Ratingagenturen Spanien unterhalb von Investment-Grade einstufen, wird zu einem breiten Ausverkauf über die nächsten Monate führen.“

    Dann darf die EZB aufkaufen. Und was wird aus der viel beschworenen "Konditionalität"?

    http://www.manager-magazin.de/politik/weltwirtschaft/0,2828,860883,00.html

    No way out!

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