„Ramsch“-Status
Moody's stuft ÖVAG auf „Ba1“ herunter

Es geht bergab mit ÖVAG: Moody's stuft das österreichische Volksbanken-Institut um einen Rang runter. Die Regierung pumpt keine weiteren Gelder in die Verlust schreibende Bank. Auch Anleger sollen vorsichtig sein.
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WienDie Ratingagentur Moody's warnt Anleger davor, ihr Geld in Papiere des österreichischen Volksbanken-Spitzeninstituts ÖVAG zu stecken. Die Experten stuften ihre Bonitätsnote der teilstaatlichen Bank am Donnerstagabend auf „Ba1“ von zuvor „Baa3“ zurück. Das ist in der Skala der Agentur zwar nur eine Verschlechterung um einen Rang. Allerdings trägt die neue Note nun das Attribut „Non Investmentgrade“, mit dem Moody's Investoren vor Ausfällen bei einer weiteren Verschlechterung der Lage warnt.

Grund für die Rückstufung in die untere Liga sei die schwindende Bereitschaft der österreichischen Regierung, weitere Gelder in die Verluste schreibende Bank zu pumpen, erklärte Moody's. Die Wahrscheinlichkeit weiterer Staatshilfen sei jedoch nicht gleich null. Österreichs Finanzminister Michael Spindelegger hatte Mitte Januar erklärt, die Bank müsse mögliche Kapitallücken selber stopfen. „Da gibt es keinen Spielraum des öffentlichen Zuschusses“, hatte er gesagt.

Nach Einschätzung der Experten benötigt die ÖVAG mittelfristig weitere Hilfen, um ihre Verluste abzudecken und vom Staat in der Krise erhaltene Hilfen von 300 Millionen zu ersetzen. Sie gelten unter den strengeren Vorschriften der Bankenaufseher ab Ende 2017 nicht mehr als hartes Kernkapital. Die dann eventuell nötige Geldspritze könne der Volksbanken-Verbund aufbringen. Diese regionalen Volksbanken halten eine knappe Mehrheit an der ÖVAG - 43,3 Prozent stehen in Staatsbesitz.

Ein ÖVAG-Sprecher sagte am Freitag, das Institut mache Fortschritte beim Abbau seiner nicht lebensfähigen Teile. Details will die Bank kommenden Donnerstag bei der Veröffentlichung der Bilanz für 2013 bekanntgeben. Im Dezember hatte sie für das vergangene Jahr bereits einen Verlust von wohl mehr als 200 Millionen Euro für die Einzelbilanz angekündigt. Darin ist die Entwicklung wichtiger Bankteile wie etwa der Rumänien- oder der Leasing-Tochter nicht berücksichtigt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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