Ramschanleihen gefragt wie nie
Reich mit Ramschanleihen

Anleger greifen verstärkt bei Ramschanleihen zu, trotz steigender Risiken und schlechter Kreditqualität. Die hohe Rendite überzeugt. Unternehmen reagieren auf den Risikoappetit mit neuen, riskanteren Produkten.
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Am Markt für Hochzinsanleihen in Europa steigen die Risiken. Dabei dürfte das Angebot solcher Papiere weiter zunehmen, sagen einige der weltweit größten Fondsmanager. Denn die Unternehmen mit der niedrigsten Bonität und der höchsten Schuldenlast werden angesichts günstiger Finanzierungsbedingungen den Markt wohl weiter anzapfen.

Investoren haben 2013 bislang Ramschanleihen im Rekordvolumen von 71 Milliarden Euro gekauft und damit durchschnittlich 9,5 Prozent Ertrag erzielt, zeigen Daten der Bank of America und Bloomberg. Die durchschnittliche Rendite von Hochzinsanleihen ist in dem Zeitraum um 69 Basispunkte auf fünf Prozent gefallen und nähert sich damit einem Rekordtief, zeigen die Daten.

„Die Kreditqualität lässt nach“, sagt Michael Phelps, bei BlackRock in London, Leiter der europäischen Credit Investments. Zahlreiche Emittenten kämen zum ersten Mal an den Markt und daraus ergäben sich attraktive Gelegenheiten, merkt Phelps an. BlackRock erwartet eine weitere Zunahme bei Emissionen von Schuldnern, deren Rating mit „CCC“ acht Stufen unterhalb des Gütesiegels „Anlagequalität“ liegt. „Es wird zunehmend schwierig, die Erträge zu erzielen, die der Hochzinsanleihemarkt in den letzten drei Jahren geliefert hat - es sei denn, man ist sehr selektiv“, sagt Phelps.

Die Erträge mit Papieren der niedrigsten Kreditqualität übersteigen dabei das zweite Jahr in Folge jene von Papieren mit einer höheren Bonität. Anleihen mit einem „CCC“-Rating oder darunter brachten 14 Prozent ein, verglichen mit 9,4 Prozent für „Single B“-Anleihen und 0,8 Prozent für Anleihen, die mit „AAA“ erstklassig benotet sind.

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