Rating gesenkt
Ratingagenturen lassen Griechenland fallen

Erst hat die Ratingagentur Standard & Poor's das Rating griechischer Anleihen zurückgestuft, nun folgen vielleicht auch noch Moody's und Fitch. Die Schlinge um Griechenlands Hals zieht sich zu.
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Athen/New York/BerlinDie Ratingagenturen hegen immer größere Zweifel an der Zahlungsfähigkeit von Griechenland. Standard & Poor's hat wegen der steigenden Gefahr einer Umschuldung am Montag die Kreditwürdigkeit für das hoch verschuldete Land um zwei weitere Stufen von BB- auf B abgesenkt. Und nun prüft auch noch Moody's eine Herabstufung von Griechenlands Anleihen. Eine Absenkung um mehrere Stufen sei möglich, teilte die Agentur am Montag mit. Eine Rückkehr Griechenlands an die Finanzmärkte 2012 sei immer unwahrscheinlicher. Und dann will auch noch Ratingagentur Fitch einem Zeitungsbericht zufolge die Bonitätsnote für Griechenland weiter herabstufen.

Laut einem Bericht der „Süddeutsche Zeitung“ ohne Angaben von Quellen soll die Bewertung bei Fitch auf „B“ oder „B-“ von aktuell „BB+“ fallen. Der Zeitung zufolge wollte Fitch die Meldung nicht kommentieren. Wie die Zeitung unter Berufung auf Finanzkreise weiter berichtete, prüft die Ratingagentur derzeit noch einen Protest der Griechen gegen die Herabstufung. Experten räumten dem Widerspruch aber kaum Erfolgschancen ein.

Standard & Poor's warnte am Montag sogar noch vor einer weiteren Herabstufung, indem sie den negativen Ausblick beibehielt. Damit ist die Bonitätsnote nur noch zwei Stufen von einer Bewertung als "extrem spekulative" Anlage mit substanziellem Ausfallrisiko entfernt. S&P drohte weitere Herabstufungen an, indem die Agentur den negativen Ausblick beibehielt.

"Nach unserer Meinung gibt es ein steigendes Risiko, dass Griechenland Maßnahmen für eine Umschuldung ergreift", begründete S&P den Schritt. Um die Schuldenlast des Staates auf ein erträgliches Niveau zu senken, müssten die Gläubiger auf mindestens 50 Prozent ihrer Forderungen verzichten.

Die neuerliche Rückstufungen der griechischen Bonität folgt auf ein weiteres turbulentes Wochenende. Am Freitag waren Gerüchte über ein Geheimtreffen der EU-Finanzminister in Luxemburg und Gedankenspiele über einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone aufgekommen. Details über Inhalte des Treffens gibt es nicht. Ein Ausstieg aus der Euro-Zone sei aber nie Thema gewesen, heißt es seit Freitag von allen Beteiligten. Auch eine Umschuldung "steht nicht im Raum, wird nicht diskutiert, ist spekulativ", sagte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums am Montag.

Stattdessen ringen die Staaten der Euro-Zone offenbar um ein zweites Hilfspaket für Griechenland. Der Chef der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, hatte nach dem Treffen am Freitag erklärt, ein weiteres Anpassungsprogrammsei wohl notwendig.Nach Medienberichten sind längere Laufzeiten und niedrigere Zinsen für das 110 Milliarden schwere erste Rettungspaket im Gespräch. Einen weiteren Nachlass bei den Zinsen für die Hilfskredite befürwortete CDU-Vize-Fraktionschef Michael Meister am Montag. Davon will dann auch Irland profitieren, das bereits seit längerem ebenfalls niedrigere Zinsen für die Hilfen von EU und IWF anstrebt.

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  • Sehr geehrter Herr Stock

    ich habe eiene Rühruprente.

    Was ist die konseqeunz,wenn der Euro durch falsche
    Entscheidungen aufhört zu existieren.

    Gruß:Wilhelm Schmidt

  • Ouzo-Kater und kein Ende! Ein Trauerspiel, diese Konkursverschleppung.
    Griechenland muss sich selbst aus dem Schuldenbergen befreien d.h. Staatsbankrott
    mit allen Folgen … inkl. Austritt aus der EURO-Zone, da die Mitgliedschaft de Fact
    bisher illegal war! Deshalb Griechenland zu Regresszahlungen an die EURO-Staaten
    und deren Steuerzahler verpflichten. Wie sie das zahlen ist deren ihr Problem, Bilanzen fälschen konnten sie ja schließlich auch.
    Und wenn das von unseren Politikern (USA,EU) und den Wirtschaftsbossen nicht gewünscht wird?
    Dann sollte man endlich zur Wahrheit übergehen, den deutschen Steuerzahlern die alternativlose
    Rettung Griechenlands mitteilen und Deutschland (offiziell EU) die gesamten griechischen Schulden übernehmen und Griechenland somit einen Neuanfang ermöglichen. Einen Soli-Zuschlag für
    Griechenland (für die nächsten 100 Jahre) ist für deutsche Steuerzahler doch zumutbar oder etwa nicht? Uns geht’s doch auch nur deshalb gut, weil wir den EURO haben 

  • Dieser Micheldepp ist der Hauptprofiteur der Griechenlandkrise. Man muß nur die Exportüberschüsse der letzten Monate betrachten.

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