Rating in Gefahr
Moody's droht USA mit Herabstufung

Die USA könnte schon bald ihre Bonitäts-Bestnote verlieren. Wenn sich an der Politik nichts ändere, sei das AAA bald weg, sagen die Analysten von Moody's. Was von der Drohung zu halten ist, ist aber fraglich.
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LondonDie Ratingagentur Moody's droht den USA mit dem Verlust der Bonitätsbestnote AAA. Sollten die Verhandlungen über den Haushalt 2013 nicht zu einem Rückgang des Schuldenstands führen, werde es wahrscheinlich zu diesem Schritt kommen, teilte Moody's am Dienstag mit. "Wenn die Verhandlungen zu einer Politik führen, die mittelfristig eine Stabilisierung und dann einen Rückgang im Verhältnis der Staatsschulden zum Bruttoinlandsprodukt zur Folge haen, dürfte das Rating bestätigt und der Ausblick wieder stabil sein", hieß es. "Wenn diese Verhandlungen aber nicht zu einer solchen Politik führen, dann würde Moody's wahrscheinlich das Rating senken, vermutlich auf Aa1."

Der Dollar geriet durch die Drohung unter Druck. Der Euro kletterte auf den höchsten Stand im Vergleich zur US-Währung seit vier Monaten. Die konkurrierende Ratingagentur Standard & Poor's hatte der weltgrößten Volkswirtschaft bereits im vergangenen Jahr das AAA-Rating entzogen.
Die USA sind mit rund 16 Billionen Dollar verschuldet. Das ist sehr nahe an der gesetzlich erlaubten Schuldenobergrenze von rund 16,4 Billionen Dollar. Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble kritisierte die hohe Staatsverschuldung in den USA, da sie die globale Konjunktur bremse. "Vor den Wahlen in den USA besteht eine große Unsicherheit über den künftigen Kurs der US-Politik bei der Bewältigung der viel zu hohen amerikanischen Staatsverschuldung", sagte Schäuble im Bundestag. "Daran muss man gelegentlich erinnern."



Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Rating in Gefahr: Moody's droht USA mit Herabstufung"

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    "Wenn das so weitergeht steigt der Euro/Dollar immer weiter und unsere schönen Exportzahlen gehören bald der Vergangenheit an.."

    Die waren doch eh die ganze Zeit "selbst eingekauft".

    Es hat sich einfach im Laufe der Euro-Jahre unter der Hand herumgesprochen, daß man EU-Importe aus Deutschland nicht bezahlen muß. Deswegen haben alle bei uns gekauft.

    Müßte jedes EU-Land erstrangig seine Target2-Salden ausgleichen, bevor neue Importe auf Pump ins Land gelassen werden dürfen, wär's ganz schnell vorbei mit diesem halbseidenen Untertitel Deutschlands.

    Im Moment stehen Dax und Dow auf "Tachoständen", die in früheren Zeiten einmal charakteristisch für eine brummende Realwirtschaft waren. Das ist jetzt aber irgendwie nur noch Kulisse. Denn fühlt man den Zahlen auf den Zahn, riecht die Stimmung eher wie unmittelbar vor dem Platzen der Dot-Com-Blase.

    Damals war zentral nur die IT-Branche betroffen, die restliche Weltwirtschaft war eigentlich nur zahlender Zaungast. Trotzdem sind die volkswirtschaftlichen Folgen nach einem geschlagenen Jahrzehnt erst etwa zur Hälfte überwunden.

    Wenn das platzt, was da spätestens seit Beginn der "Griechenlandkrise" von Merkel, Draghi und Co. mutwillig über ganz Europa aufgeblasen wird, ist der Knall wohl deutlich bis ins nächste Jahrhundert zu hören...

  • Wenn das so weitergeht steigt der Euro/Dollar immer weiter und unsere schönen Exportzahlen gehören bald der Vergangenheit an..

  • +++ Beitrag von der Redaktion entfernt +++

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