Rating
Standard & Poor's straft Griechenland erneut ab

Die Ratingagentur Standard & Poor's stuft die Kreditwürdigkeit Griechenlands weiter herab. Zudem verpasste sie dem hochverschuldeten Land einen negativen Ausblick.
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Die Rating-Agentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit Griechenlands am Mittwoch erneut herabgestuft. Die Agentur bewertet die Staatsanleihen des Landes nun mit der Note „CC“ nach bislang „CCC“. Zudem verpasste sie dem Land einen negativen Ausblick und signalisierte damit, dass sie eine weitere Herabstufung für wahrscheinlich hält. Der von der EU geplante Schuldentausch komme zudem einen selektiven Zahlungsausfall (selective default) gleich, erklärte die Agentur.

S&P ist die letzte der drei großen Rating-Agenturen, die nach der Übereinkunft des Euro-Gipfels auf ein neues Rettungspaket unter Beteiligung privater Gläubiger vor einem Zahlungsausfall warnt. Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone hatten sich am vergangenen Donnerstag auf ein weiteres Paket im Volumen von 109 Milliarden Euro für Griechenland geeinigt. Die Beteiligung privater Gläubiger an der Umstrukturierung griechischer Schulden wird sich Schätzungen zufolge bis 2014 auf rund 50 Milliarden Euro belaufen.

S&P erklärte, die den Anleihegläubigern offenstehenden Optionen bedeuteten Nachteile für die Investoren. Lediglich der Kauf griechischer Anleihen auf dem Sekundärmarkt würde nicht als Zahlungsausfall gewertet, da diese Transaktionen tatsächlich auf freiwilliger Basis ablaufen würden. Die Agentur fügte jedoch hinzu: „Unserer Meinung nach bleibt die Wahrscheinlichkeit eines zukünftigen Zahlungsausfalls bei den neuen Schuldpapieren hoch.“ Moody's hatte erst am Montag die Bonität Griechenlands in Reaktion auf die Beschlüsse des Gipfels auf eine Stufe über Zahlungsausfall herabgestuft.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Rating: Standard & Poor's straft Griechenland erneut ab"

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  • Im Gegensatz zur Griechenland ist die USA souveräner Herausgeber der eigenen Währung, ein Zahlungsausfall also praktisch nicht möglich. Die USA kann sich auch problemlos am Markt refinanzieren (sofern sie das überhaupt müssen). Griechenland dagegen kriegt kein Geld mehr, weil es faktisch pleite ist. Denen will keiner mehr das Geld anvertrauen.

    Selbst wenn die USA AAA verlieren und AA bekommen, hat das der Markt längst eingepreist und es würde zu keinen Überreaktionen kommen.

    Seid bitte nicht so naiv zu glauben, die USA wüsste nicht, was sie tut.

  • Man soll zwar nicht den Boten für die Nachricht erschlagen, wenn aber der Bote mit den Nachrichten spielt und diese auch noch manipuliert (z.B. er berichtet dem Feldherrn, dass nur 10 Soldaten überlebt haben, vergisst aber zu erwähnen, dass vom anderen Heer alle erschlagen wurden), sollte der Bote nicht nur errschlagen, sondern gevierteilt werden.

  • @Redaktion: ehrlich, den Artikel habe ich mir nicht durchgelesen, da ich schon nicht gut finde: Das Wort "straft" finde ich in diesem Zusammenhang völlig fehl am Platz..es gibt doch das schöne deutsche Wort "stuft"..

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