Rating: S&P stuft zwei französische Großbanken ab

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S&P stuft zwei französische Großbanken ab

Neue Konsequenzen der Abstufung Frankreichs: Standard & Poor's hat nun auch die Bonitätsnote der Pariser Banken Credit Agricole und Societe Generale gesenkt.
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London/ParisDie Ratingagentur Standard & Poor's hat die Bonitätsnote für die französischen Großbanken Credit Agricole und Societe Generale gesenkt. Dies sei eine Folge des Mitte Januar bekanntgegebenen Verlusts der Bestnote für den
französischen Staat, teilte S&P am späten Montagabend in London mit.

Die Experten der Agentur gaben gleichzeitig aber auch Entwarnung. Beide Banken dürften ihrer Einschätzung nach nur wenig Probleme haben, ihre Geschäfte im laufenden Jahr finanzieren zu können. Zudem stehe erst einmal
keine weitere Überprüfung der aktuellen Bonitätsnote an.

Die Nummer zwei (Societe Generale) und Nummer drei (Credit Agricole) unter den französischen Banken haben jetzt bei S&P die Note „A“ nach zuvor „A+“. Der Marktführer BNP Paribas behielt dagegen die Einstufung „AA-“. Die Ratingagentur S&P stufte am 13. Januar insgesamt neun Eurozonen-Staaten ab - darunter mit Frankreich auch die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Währungskrieg — Ratingagenturen Speerspitze der Anglo-Amerikaner


    Viele EU-Länder wehren sich gegen die Herabstufung als zuverlässige Kreditnehmer durch die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P), schreibt die Zeitung “Nesawissimaja Gaseta” am Dienstag.

    Viele Kritiker werfen der Agentur politische Motive für diese Entscheidung vor. Die französische Zeitung „Le Monde“ verglich sie mit „einem regelrechten politischen Elektroschock“.

    Der österreichische Nationalbank-Chef und Vorstandsmitglied der Europäischen Zentralbank, Ewald Nowotny, stellte fest, es gehe um „eine politische Aktion, wenn auf einem Schlag ganz Europa heruntergeratet wird oder zumindest eine negative Perspektive erhält.“ Auch der Vizechef der CDU/CSU-Fraktion im deutschen Bundestag, Michael Fuchs, verlangte von S&P, „endlich aufzuhören, Politik zu machen.“

    Die Aktivitäten der US-Rating-Agenturen in Bezug auf die Europäer erinnert an ihre Doppelstandards. So wurde Frankreich wie die USA im Sommer 2011 von der Bestnote AAA auf AA+ herabgestuft, obwohl die Situation um sein Haushaltsdefizit bzw. seine Staatsschulden viel besser als in Übersee ist. Angesichts dessen sprechen viele in Europa sogar von Verschwörungstheorien.

    Dem EU-Parlamentarier Elmar Brok zufolge geht es um „einen Währungskrieg zugunsten der angloamerikanischen Interessen.“

    Die anti-europäische Einstellung der drei führenden Bewertungsagenturen (S&P, Fitch und Moody’s) ruft Besorgnisse in der ganzen Welt hervor. Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua warnte, dass sie ihren Einfluss „vorsichtig anwenden sollten, um die Schuldenkrise in Europa nicht weiter zu vertiefen.“

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