Ratingagentur: Moody's hebt Griechenlands Kreditwürdigkeit an

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Moody's hebt Griechenlands Kreditwürdigkeit an

Nach Einschätzung der US-Ratingagentur Moody's hat die Wirtschaft Griechenlands den Tiefpunkt überwunden. Die Kreditwürdigkeit des EU-Sorgenkindes wurde um zwei Stufen angehoben. Die Perspektive sei „stabil“.

New YorkAls letzte der drei großen Ratingagenturen hat auch Moody's die Kreditwürdigkeit des krisengeschüttelten Griechenlands heraufgestuft. Das Mittelmeerland werde nun mit „Caa3“ nach bislang „C“ bewertet, teilten die Bonitätswächter am Freitag mit. in den vergangenen zwölf Monaten hatten auch Standard & Poor's und Fitch Griechenland bessere Noten gegeben. Allerdings liegt die Bewertung bei allen drei Agenturen weiterhin im Ramsch-Bereich.

Moody's begründete die Hochstufung mit der Erwartung, dass Griechenland seine Haushaltsziele für 2014 erreichen und nach sechs Jahren der Rezession den Tiefpunkt überwunden habe. Zur Begründung verwies Moody's am Freitag auf „die Fortschritte der Regierung bei der Konsolidierung des Haushalts im Rahmen des von der Troika unterstützten Programms“.

Außerdem führe „die Verbindung zyklischer Faktoren und der Umsetzung der Strukturreformen zur graduellen Verbesserung der Wachstumsperspektiven“, erklärte die Ratingagentur.

Es werde damit gerechnet, das Griechenland im kommenden Jahr einen Primärüberschuss von knapp 1,5 Prozent erzielen werde, erklärte die Agentur mit Blick auf einen Haushaltsüberschuss ohne Berücksichtigung von Zinszahlungen. Den Ausblick bewertete Moody's als stabil. Die Verschuldung des Euro-Landes liegt derzeit bei rund 175 Prozent seiner Wirtschaftsleistung.

Die Finanzinspektoren von Europäischer Union (EU) und Internationalem Währungsfonds (IWF) sagten unterdessen offenbar einen für kommende Woche geplanten Besuch in Griechenland ab. Das Land habe seine Verpflichtungen nicht erfüllt, hieß es am Freitag aus Euro-Zonen-Kreisen zur Begründung. Damit könnte sich auch die Auszahlung einer weiteren Hilfstranche für das hoch verschuldete Land verzögern. Die Finanzminister der Euro-Staaten kommen am 9. Dezember zusammen, um über die Freigabe der Mittel zu entscheiden. Das griechische Finanzministerium teilte indes mit, dass es immer noch mit seinen internationalen Kapitalgebern über das Datum des Besuchs verhandele.

Die Gläubiger besuchen Griechenland regelmäßig, um die unter dem milliardenschweren Rettungspaket vereinbarten Reformen zu kontrollieren. Ein positiver Troika-Bericht ist Voraussetzung für die Auszahlung neuer Milliarden-Hilfen. Athen sollte nach ursprünglicher Planung von der Troika bis Jahresende 5,9 Milliarden Euro erhalten.

Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem hatte Griechenland erst kürzlich gewarnt, dass viele Finanzminister der Euro-Zone allmählich die Geduld verlören. Die Troika ringt schon seit Wochen mit der Regierung in Athen um die Sparziele für das kommende Jahr und weitere Strukturreformen. Griechenland wird bereits seit 2010 mit zwei Hilfspaketen von insgesamt 240 Milliarden Euro an Krediten gestützt.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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