Ratingagentur: Moody's sorgt sich um Japan

Ratingagentur
Moody's sorgt sich um Japan

Japan gerät immer stärker unter Druck. Jetzt hat auch die Ratingagentur Moody's Zweifel an der Sparpolitik der Regierung. Neuwahlen werden immer wahrscheinlicher.
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TokioJapan gerät wegen seines gigantischen Schuldenbergs zunehmend unter Druck. Nach der Bonitätsabwertung durch Standard & Poor's mahnte am Dienstag auch die Ratingagentur Moody's einen entschiedeneren Sparkurs an. Zwar hält die Agentur derzeit noch an ihrem Rating von „Aa2“ fest, senkte jedoch den Ausblick dafür von stabil auf negativ. Anlass dazu seien zunehmende Bedenken, dass der wirtschafts- und fiskalpolitische Kurs der Regierung nicht ausreichen könnte, um das selbst gesteckte Ziel einer Reduzierung des Defizits zu erreichen, hieß es zur Begründung. Erst kürzlich hatte Standard & Poor's ihr Rating um eine Note gesenkt und auf das Fehlen eines überzeugenden Sparplans hingewiesen.

Zwar sei es kurz- bis mittelfristig unwahrscheinlich, dass sich Japans Haushaltsprobleme zur Krise entwickeln. Doch könne der Druck zum Handeln steigen und Auswirkungen auf die Bonität des Landes haben, so Moody's. Denn der Schuldenberg drohe noch weiter zu wachsen, er liege schon deutlich höher als in anderen Industriestaaten.

Japans Staatsverschuldung ist etwa doppelt so hoch wie seine Wirtschaftsleistung. Kein anderes Industrieland hat so hohe Schulden angehäuft wie die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt. Fast der halbe Haushalt wird durch Neuverschuldung finanziert. Allerdings stemmt Japan seine Schulden fast vollständig im eigenen Land.

Ausländische Investoren können daher anders als im Falle Griechenlands kaum Druck auf Japans Regierung ausüben. Wirklich brenzlig wird es für Japan laut Experten erst in einigen Jahren, wenn immer mehr Menschen in dem Land in die Rente gehen und deswegen ihre angelegten Sparguthaben auflösen. Die unter Druck stehende Regierung von Ministerpräsident Naoto Kan will daher das Rentensystem reformieren und den Schuldenberg unter anderem durch eine Anhebung der Verbrauchssteuer von derzeit nur fünf Prozent in den Griff bekommen. Bis zum Juni soll ein Sparplan ausgearbeitet werden.

Moody's sieht jedoch eine „wachsende Ungewissheit“„, ob die Regierungs- und Oppositionsparteien fähig zu Reformen sind, um die Schuldenproblematik zu stemmen. Ministerpräsident Kan steht das Wasser angesichts parteiinterner Machtkämpfe bis zum Hals, viele spekulieren auf einen baldigen Rücktritt des im Umfragetief steckenden Premiers. Zudem macht die Opposition dem Regierungschef das Leben schwer, indem sie ihre Mehrheit im Oberhaus des Parlaments nutzt, um Sparbemühungen zu blockieren und Neuwahlen zu erzwingen.

 

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