Ratingagentur S&P
Rom kritisiert drohende Herabstufung

Italien droht eine schlechtere Bonitätsnote der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) - der Ausblick wurde auf negativ gesenkt. Das Finanzministerium in Rom reagierte mit Unverständnis auf diese Einschätzung.
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London/Rom

S&P-Experten prüfen eine Herabstufung der Staatsanleihen von Italien, wie die Agentur am Samstag mitteilt. Der Ausblick für das Rating wurde demnach auf "negativ" von bislang "stabil" gesenkt. Die Einschätzung des Ausblicks als "negativ" bedeutet, dass S&P mit einer Wahrscheinlichkeit von eins zu drei davon ausgeht, dass sich die Kreditwürdigkeit Italiens in den nächsten zwei Jahren verschlechtern wird.

S&P-Analystin Eileen Zhang sprach von schwachen Wachstumsaussichten und einem stagnierenden Reformwillen. "Ein möglicher politischer Stillstand könnte zu einer Abschwächung der Fiskallage führen", warnte Zhang. "Im Ergebnis gehen wir davon aus, dass Italiens Aussichten auf eine Reduzierung der Schulden der Regierung sich verschlechtert haben."

Das Finanzministerium in Rom reagierte mit Unverständnis auf diese Einschätzung. Diese weiche sehr stark ab von Beurteilungen internationaler Organisationen wie der OECD, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der EU-Kommission, erklärte es. Daten zum italienischen Wirtschaftswachstum und zum Haushaltsdefizit seien ständig besser ausgefallen als erwartet. Die Pläne, bis 2014 einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen, seien weit gediehen und erhielten voraussichtlich bis Juli die Zustimmung des Parlaments.

"Aus unserer Sicht sind die derzeitigen Wachstumschancen Italiens schwach", erklärten dagegen die Kreditwächter ihre Einschätzung. Vorerst bleibe das langfristige Rating aber bei "A+", das kurzfristige bei "A-1+". Damit steht Italien im internationalen Vergleich trotz seiner hohen Verschuldung vergleichsweise gut da.

Bislang geht die Agentur nach eigenen Angaben von einem Wachstum von 1,3 Prozent in den Jahren 2011 bis 2014 aus. Nun befürchtet sie, dass es geringer ausfallen könne. Falls die nötigen Reformen aber gelängen und Italien wettbewerbsfähiger werde, dann könne das gute Rating beibehalten werde, hieß es in der Mitteilung. Die Staatsschuld Italiens beträgt rund 119 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. In der EU ist das Staatsdefizit im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung nur in Griechenland noch höher.

Griechenland-Anleihen höchst spekulativ

Erst am Freitag hatte die Ratingagentur Fitch ihre Bewertung für das hoch verschuldete Land um drei Stufen gesenkt. Das Land werde nun mit "B+" und damit als höchst spekulativ bewertet, teilte die Agentur mit. Den Ausblick für die Bonität bezeichnete Fitch als negativ und deutete damit an, dass schon bald eine weitere Herabstufung folgen könnte. Das neue Rating spiegele das große Ausmaß der Herausforderungen für Griechenland wider, erklärte die Agentur.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ratingagentur S&P: Rom kritisiert drohende Herabstufung"

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  • Kleine Randbemerkung,
    wenn der Dollar zum inneren Wert zurück kehren würde,
    würde ich meinen Totalverlust genießen.

  • Passt schon !

  • http://www.handelsblatt.com/finanzen/rohstoffe-devisen/devisen/der-dollar-rutscht-der-rubel-rollt/4193652.html?slp=false&p=2&a=false#image

    Na, da mag wohl jemand keine Kritik....
    Keine Ahnung wie Sie zu Ihren Statistiken kommen, die weder Kaufkraft, Inflation und weitere Schwankungenzeigen zeigen und auch nicht angeben welche Währung hier zum Vergleich gezogen wurde.

    Aber obiger Link solte interesstant sein. Anbei die Einschätzung in kurzen Auszügen:

    Langfristig, sagt etwa der bekannte Investor Jim Rogers (SELBST AMERIKANER), sei der Dollar auf dem BESTEN WEGE eine SCHWACHWÄHRUNG zu werden. Auf Sicht von zehn Jahren hat er gegenüber VIELEN anderen Devisen verloren - dabei galt der Dollar lange Zeit als Krisenwährung Nummer eins. Doch diese Zeit scheint vorbei. Auch auf Halbjahressicht fällt der Greenback zurück.

    Der russische Rubel gilt als eine der klassischen Rohstoffwährungen. Mit den wieder steigenden Preisen gewinnt auch die Währung an Wert. Nachdem die großflächigen Waldbrände rund um Moskau die russische Wirtschaft im vergangenen Jahr deutlich belastet haben, kann der Rubel in diesem Jahr wieder punkten.

    Seit Jahresbeginn hat der Dollar gegenüber der russische Währung stark nachgelassen: - 9,06 Prozent.

    Das Schuldenproblem der Südeuropäer lockt immer wieder Spekulanten an. Seit die Europäische Zentralbank den Leitzins angehoben hat, hat sich die Gemeinschaftswährung allerdings gefangen, der Kurs gegenüber vielen anderen Währungen wieder zugelegt.

    Seit Jahresanfang hat sie den Dollar abgehängt. Der verlor: -6,26 Prozent

    Viel Spaß beim weiterwährenden sau-wohlfühlen beim USD. Schönen Sonntag!!

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