Ratingagentur
Weniger CDO-Emissionen in 2008 erwartet

Die Ratingagentur Moody’s rechnet mit einem rasanten Einbruch bei komplexen Verbriefungsprodukten (CDO’s). Gründe dafür seien die Marktverwerfungen durch die Hypothekenkrise sowie das mangelnde Vertrauen in den Markt. Moody's rechnet mit weiteren Herabstufungen und Verlusten bei Hypotheken-Verbriefungen.

sos FRANKFURT. Einer Studie zufolge werde die Zahl der Neuemissionen in Europa, dem Nahen Osten und Afrika in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 30 bis 50 Prozent zurückgehen. Collateralized Debt Obligations (CDO) sind Wertpapiere, in denen verschiedene Anleihen oder verbriefte Kredite (Asset Backed Securities) gebündelt sind. Verbriefen lässt sich per ABS alles, was regelmäßige Einnahmen bringt wie Kredite auf Häuser, Autos oder Forderungen aus Kreditkarten. Nachdem sich die Investmentbank Bear Stearns im Sommer vergangenen Jahres mit CDO?s verhoben hatte, die zum großen Teil mit Hypothekenkrediten bonitätsschwacher US-Häuslebauer besichert waren, ist der Markt fast zum Erliegen gekommen.

"Investoren sind strukturierten Produkten gegenüber noch vorsichtiger geworden, das hat auf breiter Front zu einem drastischen Rückgang der Marktwerte geführt", sagt Moody?s-Expertin Florence Tadjeddine. Dazu gehören vor allem "verpackte Hypothekenkredite" (RMBS) und Credit Default Swaps (CDS), eine Art Ausfallversicherung auf Unternehmensanleihen. Erst vor wenigen Tagen hatte die Rating-Agentur Standard & Poor?s mehr als 8 000 strukturierte Wertpapiere im Wert von mehr als einer halben Mrd. Dollar auf die rote Liste gesetzt oder herabgestuft, darunter fast 2 000 CDO?s.

Auch Moody?s rechnet inzwischen mit weiteren Herabstufungen und Verlusten bei Hypotheken-Verbriefungen. Moody?s-Expertin Tadjeddine warnt indes davor, den Markt insgesamt abzuschreiben. "Nicht alle CDO?s sind von der Krise betroffen", sagt sie. So würden verbriefte Unternehmenskredite und solche, die zur Finanzierung von Firmenübernahmen benutzt immer noch nachgefragt. Dreh- und Angelpunkt in Zukunft sei dabei allerdings das Preisniveau.

Um zu vermeiden, dass solche Papiere in den Strudel der Krise gerissen werden, wollen die ersten Rating-Agenturen ihre Bewertungskriterien ändern. Topnoten bekommen zum Beispiel bei Fitch künftig nur noch Anleihen, die selbst in einer Rezession nicht als ausfallgefährdet gelten. Vergleichswerte sind die Wirtschaftseinbrüche der USA in den vergangenen 30 Jahren. Zudem sollen Klumpenrisiken - etwa wenn Kredite vorwiegend an Schuldner einer bestimmten Branche oder Region vergeben werden - stärker mit Bewertungsabschlägen bestraft und volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen mehr gewichtet werden.

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