Ratingagenturen: Spanischen Banken mit neuen Ratingproblemen

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Spanischen Banken mit neuen Ratingproblemen

Gleich zwei Ratingagenturen, Fitch und Standard & Poor's, beschneiden die Kreditwürdigkeit spanischer Banken. Zu den Gründen gehören der schwächelnde Immobilienmarkt und die schleppende Wirtschaft.
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New York / MadridNach der Herabstufung von vier spanischen Banken seitens der Ratingagentur Fitch hat am Montag auch Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit von 15 Kreditinstituten aus Spanien gesenkt. Nach der Senkung der Bonität der Staatsanleihen aus Spanien im vergangenen Monat seien die Geldhäuser einem erhöhten Risiko ausgesetzt, teilte Fitch mit. Bei den von Fitch herabgestuften Banken handelte es sich um die Banco Bilbao Vizcaya Argentaria, Bankia, CaixaBank und Caja de Ahorros y Pensiones de Barcelona.

Fitch stufte die Banco Bilbao Vizcaya Argentaria von der Note „A+“ auf „A“ herunter und senkte die Bewertung von Bankia von „A-“ auf „BBB+“. Die Kreditwürdigkeit der CaixaBank sowie der Caja de Ahorros y Pensiones de Barcelona wurde jeweils von „A“ auf „A-“ herunter gesetzt. Santander, die größte Bank der Eurozone, werde nun mit „A“ und einem negativen Ausblick eingestuft.

Der schwächelnde Immobilienmarkt sowie die schleppende Wirtschaft setzten die Kreditinstitute zusätzlich unter Druck, schrieb Fitch in einer Erklärung.

Im laufenden Jahr erwarte das Unternehmen kein Wirtschaftswachstum in Spanien, 2013 einen Zuwachs um ein Prozent. Die Arbeitslosenrate werde bei etwa 23 Prozent verharren und der Immobilienmarkt sei „langfristig ein Grund zur Sorge“. Fitch sei allerdings weiterhin zuversichtlich, dass die spanische Regierung den Bankensektor stützen werde.

Die Ratingagentur Standard & Poor's hat ebenfalls einige spanische Banken durchleuchtet und den Daumen gesenkt. Die Risikoprofile diverser spanischen Banken seien neu bewertet worden, teilte Standard & Poor's mit. Dabei wurden 15 Institutionen abgestuft, darunter auch die Großbanken Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) und Banco Santander. BBVA hat nun noch eine Einstufung von „A/A-1“ nach zuvor „AA-/A-1+“, das Rating von Banco Santander wurde entsprechend gesenkt. Bei beiden ist der Ausblick negativ. Zudem änderte S&P die Risikobewertung des spanischen Bankensektors (Banking Industry Country Risk Assessment - BICRA) auf „5“ von zuvor „4“.

Die Lage der Banken sei angesichts der gesamtwirtschaftlichen Situation in Spanien nun als schwieriger einzuschätzen. So sei der Zugang zu Kapital deutlich erschwert. Dieser Schritt folgt der Abstufung Spaniens Anfang Januar. Damals hatte die Agentur wegen der Staatsschuldenkrise in Europa in einem Rundumschlag unter anderem die Bonitätsnoten von Frankreich, Österreich, Italien und Spanien herabgestuft. Deutschland kam ungeschoren davon und behielt sein Top-Rating.

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  • Wes Brot ich ess', des Lied ich sing - anhand der Tobsucht dieser Parasitenvasallen wird die wohl schon mehr als verzweifelte Lage der realen Giga-Zombies Vereinigte Bretterbudenländer und Großbankrottannien deutlich - immer nach dem Motto: "Gebt uns lieber die Kohle zum Verknuspern - hier ist sie ganz, ganz sicher angelegt."

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